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Kliniken und Geräte sind in die Jahre gekommen

Jahr für Jahr bekommen die Kliniken in MV weniger Geld für Baumaßnahmen und Neuanschaffungen. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Versorgung der Patienten.

Kliniken und Geräte sind in die Jahre gekommen

Die alte Technik muss noch etwas halten, denn für Investitionen haben die Kliniken im Land weniger Geld.

NEUBRANDENBURG.
Die Krankenhäuser im Land müssen bei Investitionen in moderne Technik und Baumaßnahmen knapsen. Wurden in der zweiten Hälfte der 90er Jahre noch bis zu 150 Millionen Euro pro Jahr in die Kliniken im Land investiert, reduzierten sich die Fördermittel 2014 auf 52 Millionen Euro, sagte Karen Stramm, gesundheitspolitische Sprecherin der Links-Fraktion im Landtag. Für das laufende Jahr seien 29 Millionen Euro veranschlagt, für 2020 nur noch 27 Millionen Euro, sagte Stramm unter Berufung auf eine Anfrage an die Landesregierung. „Dass die Krankenhäuser damit die notwendigen Investitionen finanzieren können, bezweifelt nicht nur meine Fraktion.“ Das Ergebnis der Sparpolitik: ein Investitionsstau an den Krankenhäusern sowie eine Verschlechterung der Patientenversorgung.

Am Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg werden dringende Investitionen an allen vier Standorten aufgeschoben, weil die Fördermittel nicht ausreichen, erklärte die Geschäftsführerin des Klinikums, Gudrun Kappich. Der Investitionsstau betrage allein fürs Klinikum 34 Millionen Euro – und er steige pro Jahr um drei Millionen Euro. „Dem stehen pauschale Fördermittel von etwa 2,6 Millionen Euro jährlich gegenüber. Bei einer Reduzierung der Krankenhausinvestitionen durch das Land steigt zwangsläufig der Investitionsstau.“ Ein weiteres Problem – die Vorfinanzierung von Investitionen. Weil das Land Fördermittel in „Jahresscheiben“ ausreiche, müsse das Klinikum finanziell in Vorleistung gehen, was wiederum Zinsen nach sich ziehe. Gemessen an den Fall- und Bettenzahlen ist das Bonhoeffer-Klinikum das drittgrößte Krankenhaus in MV.

Das Sozialministerium hält dagegen: Nach dem großen Nachholbedarf der 90er Jahre gebe es nun „eine qualitativ gute medizinische Versorgung mit modernen Krankenhäusern“. In der Rechnung der Linken fehlten die pauschalen Fördermittel in Höhe von jährlich 23 Millionen Euro, teilte das Ministerium mit.

Dennoch fordert die Krankenhausgesellschaft als Verband der 34 Kliniken im Land dringend eine Aufstockung der Mittel. „Die Medizintechnik wird intensiv genutzt und nutzt sich deshalb auch ab“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Gagzow. Im Schnitt müssten die Gerätschaften nach neun Jahren ausgewechselt werden. „Das bedeutet, man muss mindestens genauso viel investieren wie vor neun Jahren“, sagte Gagzow. Um die Neuanschaffungen stemmen zu können, würden Kliniken mittlerweile auf gebrauchte Geräte zurückgreifen oder Technik leasen.

Stand 04.08.2016 Quelle: NK160727