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Intensivstation bietet Kranken mehr Platz

Neue Räume, neue Technik, neue Betten. Braucht es noch mehr, damit es den schwerstkranken Patienten im Klinikum so gut wie möglich geht? Ja, findet das Personal. Was gemeint ist, kann beim Tag der offenen Tür am 11. April angesehen werden.

Intensivstation bietet Kranken mehr Platz

Christian Böttcher (rechts) und Silvio Gutzeit checken im Patientenzimmer die gerade installierten Spritzenpumpen. An der Wand steht eines der 32 Fotos von Sandra Bartocha. Es wird noch aufgehängt.

NEUBRANDENBURG. Es ist sicher nicht das Wichtigste, aber es fällt auf. Und zwar angenehm. In der funkelnagelneuen Intensivstation des Neubrandenburger Klinikums ziehen großformatige Fotos die Blicke magnetisch an. „Die Bilder gefallen mir sehr“, sagt Christian Böttcher. Er ist Bereichspflegedienstleiter und in diesen hektischen Tagen, in denen die neue Station fertiggestellt und eingeräumt wird, mit tausend und einer Sache beschäftigt.

Dennoch nimmt er sich zwischendurch immer mal ein paar Sekunden Zeit für einen Blick auf die Fotos. 32 sind es insgesamt, sie stammen von der Fotografin Sandra Bartocha, die in Neuendorf bei Neubrandenburg aufwuchs. „Unsere Chefärztin Dr. Heike Zinke hatte die Idee dafür, dass solche Bilder in die neue Station kommen“, erzählt Christian Böttcher.

Die Einrichtung wurde im Vergleich zur alten von zehn auf 19 Betten aufgestockt. Weil es mehr Intensivpatienten zum Beispiel mit Herzinfarkt oder Lungenentzündung gibt, erklärt der Pfleger. Es ist auch eine Folge des demografischen Wandels – die Menschen werden immer älter, ergänzt er. Hinzu kommt, dass es heute neue Möglichkeiten gebe, um auch alte Patienten wirksam zu behandeln.

Die Intensivabteilung befindet sich im Hochhaus. „Wir haben mehr Platz, mussten unsere Wünsche aber natürlich dem 40 Jahre alten Gebäude anpassen“, berichtet Christian Böttcher. Aber unter dem Strich konnte eine tadellose Station hingezaubert werden, ergänzt er. Dazu trage auch die komplett neue Ausrüstung bei. Als Beispiel nennt er die Intensivpflegebetten in den vier Doppel- und elf Einzelzimmern. So akribisch liefen die Vorarbeiten: Um die besten Matratzen herauszufinden, die der Markt bietet, wurden vom Personal der Klinik für Internistische Intensivmedizin die Muster monatelang erprobt, erläutert Christian Böttcher

Vor dem Bettenkauf war auch zu beachten, dass die Mecklenburger und damit die Patienten immer schwerer und voluminöser werden. „Wir brauchten also tragfähigere und breitere Betten“, berichtet der Pfleger. Es gab auch schon einen 260-Kilogramm-Patienten. Für solche extremen Fälle wird dann ein Bett von einer Spezialfirma gemietet, beschreibt Christian Böttcher die Lösung des Problems.

Zwar ist die neue Intensivstation kein Wunschort, aber dennoch unbedingt notwendig, unterstreicht der 35-Jährige, der begeistert ist von der Station, die am 20. April ihre Arbeit aufnimmt. Zu dieser Begeisterung trägt auch die durchweg neue Technik bei.

Aber auch die angenehmeren Bedingungen für die Patienten stimmen den Pfleger froh. Wie zum Beispiel, dass es vor jedem Zimmer einen Vorraum gibt. „In dem erfolgen alle Vorarbeiten wie das Spritzenaufziehen oder auch das Vorbereiten der Medikamente. Dadurch haben die Patienten noch mehr Ruhe“, erklärt Christian Böttcher.

Seit 15 Jahren arbeitet er bereits im Neubrandenburger Klinikum. Und auch die neue Station hat ihren Anteil daran, wenn Böttcher über seinen Beruf sagt: „Ja, der ist es, unbedingt.“

Hartmut Nieswandt

Stand 16.04.2015 Quelle: NK150410