Sections
Personal tools
start » bs » Nachrichten » Über Gesundheitsberufe informiert

Über Gesundheitsberufe informiert

Zum Tag der offenen Tür in der Beruflichen Schule des Bonhoeffer-Klinikums erscheinen ganze Schulklassen. Vorgestellt werden fünf Berufe.

Über Gesundheitsberufe informiert

Michael Schiffner, angehender medizinisch-technischer Radiologieassistent (Mitte), gab Schülern gestern Einblick in seine Arbeit.

VON KARL-HEINZ ENGEL. Realschüler haben sich gestern klassenweise die Klinken der Beruflichen Schule des Bonhoeffer-Klinikums in die Hand gegeben. Die hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen, und viele kamen. Raum 212 war permanent belegt. Hier stellte Schulleiterin Inge Teetz das Ausbildungsprogramm vor. Rund 400 junge Leute mit Realschulabschluss, weiblich wie männlich, erhalten an der Einrichtung ihr berufliches Rüstzeug als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Kindergesundheits- und Krankenpflegerin (beides klassische Schwesternberufe), Altenpflegerin, Physiotherapeutin und medizinisch-technische Radiologieassistentin. Eine angesehene, anspruchsvolle Ausbildung mit 2.500 Praxisstunden, verdeutlichte Inge Teetz. Es gebe zudem Aufstiegsmöglichkeiten bis in den Hochschulbereich.

In anderen Klassenräumen konnten sich die Realschüler gestern über die Berufsbilder von Physiotherapeuten und Radiologie-Assistenten kundig machen. Elisa Gertz und Michael Schiffner, beide im ersten Ausbildungsjahr stehend, erklärten ihren Gästen die Methodik des Röntgens und die Arbeitsweisen von Tomografen. Auch Röntgenaufnahmen wurden analysiert. „Wir haben unsere Berufswahl keinen Tag bereut“, erklärten die beiden. Dennoch: Ein Traumberuf wie noch vor einigen Jahren scheint der des medizinischtechnischen Radiologieassistenten inzwischen nicht mehr zu sein. Wie es hieß, gehe der Trend wohl in Richtung IT-Branche. Die Berufliche Schule hat erste Probleme, die Klasse für das neue Ausbildungsjahr vollzubekommen. „Der demografische Wandel macht sich eben bemerkbar, auch bei uns“, erklärte Inge Teetz. Außerdem ließen die schulischen Leistungen mitunter zu wünschen übrig. „Wir achten auf gute bis sehr gute Noten“, so die Schulleiterin.

Ein Grund könnte aber auch die Handhabung der Ausbildungsvergütungsordnung sein. Während angehende Schwestern und Altenpflegerinnen 700 bis 800 Euro monatlich erhalten, müssen Therapeuten und Radiologieassistenten für die Zeit ihrer Ausbildung den Eltern auf der Tasche liegen. In besonders kritischen Fällen wird ihnen Bafög bewilligt. „Dieses Risiko scheuen Familien doch zunehmend“, berichtete eine Realschullehrerin über Gespräche mit Schülern und Eltern.

Stand 08.04.2011 Quelle: NK110407