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Ernährungsmedizin

Ernährung als Teil des Therapiekonzeptes

Grundsätze
Bereits im Alten Griechenland verstanden die griechischen Ärzte unter „DIAITA“ (heutzutage als „Diät halten“ bezeichnet) eine Lebensordnung, die die Gesundheit des Geistes und des Körpers zu erhalten sucht. „Diaita“ war ein Modell vernünftiger und naturgemäßer Lebensweise. Diese ganzheitliche Auffassung von Diät verdanken wir dem griechischen Arzt Hippokrates (ca. 460 - ca. 370 v. Chr.).

Die sechs Grundsätze der „Diaita“ nach Hippokrates:

  1. der geordnete Umgang mit Licht, Luft, Wasser, Wärme und Kälte
  2. der maßvolle Gebrauch von Speise und Trank
  3. der Rhythmus von Bewegung und Ruhe, sowie Arbeit und Freizeit
  4. der Wechsel von Schlafen und Wachen
  5. das Gleichgewicht durch Ausscheidungen und Absonderungen
  6. die Beherrschung der Gemütsbewegungen.
Das Ernährungsteam
Das Dietrich Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg ist ein Tumorzentrum mit über 1000 Betten. Jährlich werden über 40.000 Patienten stationär von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern versorgt. Das Ernährungsteam des Klinikums wurde 2002 gegründet. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem Gebiet der Ernährung interdisziplinär und zum Wohle der Patienten zusammenzuarbeiten. Das fach- und berufsgruppenübergreifende Ernährungsteam wird von Dr. med. Dipl. oec. med. Jens-Peter Keil, Ernährungsmediziner DAEM/DGEM, geleitet. Das Ernährungsteam setzt sich aus zwei Diabetesassistentinnen, zwei Diätassistentinnen, einer Fachkrankenschwester und dem Leiter der Apotheke zusammen. Unterstützt wird es durch Mitarbeiter aus den Bereichen Hygiene, Logopädie und Fallmanagement. Das Team übernimmt die spezialisierte ernährungsmedizinische Versorgung der Patienten des Klinikums. Zu allen Indikationen werden fachübergreifend Ernährungsberatungen und spezifische Diagnostiken durchgeführt und eine an die jeweilige Erkrankung individuell angepasste Ernährungstherapie festgelegt.

Themenschwerpunkte

  1. Mangelernährung

Der Grundgedanke des Ernährungsteams ist es, die zunehmende Mangelernährung bei Patienten zu erkennen, zu beheben oder deren Auftreten vorzubeugen. Eine Besonderheit des DBK Neubrandenburg ist das inzwischen als klinikumsweit eingeführte Screening auf Mangelernährung (NRS 2002). Bei allen stationär aufgenommenen Patienten wird anhand des Nutritional Risk Scores überprüft, wie die momentane Ernährungssituation ist und ob eine Mangelernährung vorliegt. Die Durchführung obliegt dem geschulten Pflegepersonal der einzelnen Stationen. Beim Screening auffällige Patienten werden dem Ernährungsteam gemeldet und es erfolgt dann die weitere Beurteilung des Ausmaßes der Mangelernährung und das Ansetzen der Ernährungstherapie. Während des Beratungsgesprächs wird neben dem aktuellen Ernährungszustand die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten ermittelt.

  1. Übergewicht

Im Adipositas-Zentrum des Klinikums werden übergewichtige Patienten ambulant und stationär betreut. Nachdem es bereits viele Jahre eine Adipositas-Sprechstunde gibt, wird seit 2010 im Adipositas-Zentrum Neubrandenburg das gesamte Spektrum der Adipositastherapie incl. der bariatrischen Chirurgie angeboten. Die Patienten werden vor, während und auch nach dem chirurgischen Eingriff ernährungsmedizinisch betreut. Dazu gehört neben der ausführlichen Ernährungsberatung auch die regelmäßige Messung der Körperzusammensetzung via Bioelektrischer Impedanzanalyse und die Auswertung der Ernährungs- und Befindlichkeitsprotokolle. Eine langfristige Betreuung der Patienten ist uns als Therapeuten dabei besonders wichtig. Die Patienten haben einmal im Monat die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfegruppe zusammen zu kommen.

Darüber hinaus bietet das Ernährungsteam folgende Leistungen für stationär aufgenommene Patienten an:

  • Erfassung des Ernährungszustandes durch ein persönliches Gespräch und mittels eines Erfassungsbogens (Nutritional-Risk-Screening)
  • Erfassen der Körperzusammensetzung mittels Bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA)
  • Bestimmung des energetischen Grundbedarfs durch Indirekte Kalorimetrie
  • Ernährungstherapieplanerstellung für die Klinik und zu Hause
  • Ernährungsberatung in Einzel- und Gruppenschulungen bei
  • Diabetes mellitus
  • Ernährungsabhängigen Erkrankungen
  • Allergien und Unverträglichkeiten oder
  • operativen Eingriffen
  • Überleitung in die häusliche Pflege oder Rehabilitation
  • Entlassungs- und Versorgungsmanagement
  • Informationen zur Medikamenteneinnahme, zum Einsatz von Trink- und Sondennahrung und zur Parenteralen Ernährung
  • Ernährungsmedizinische Unterstützung bei Schluckstörungen -Dysphagie

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an oder nehmen Kontakt über die Schwestern/ Pfleger Ihrer Station mit dem Ernährungsteam auf.

Stand 16.11.2013