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Die „vier wichtigsten Frauen“ bringen Chirurgen zurück

Professor Michael Ernst ist wieder Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie.

Die „vier wichtigsten Frauen“ bringen Chirurgen zurück

Bei seiner Einführung im Klinikum musste Professor Michael Ernst (links) viele Kollegen-Hände schütteln.

NEUBRANDENBURG (AB). Dass es gebürtige Neubrandenburger nach zumeist beruflichen Abstechern in andere Regionen Deutschlands wieder in die Viertorestadt zieht, hört man häufig. Aber einen gebürtigen Berliner, der in der Nähe von Bremerhaven groß geworden ist? Professor Michael Ernst hat in seinen achteinhalb Jahren als Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß und Thoraxchirurgie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum die „Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der Menschen in dieser Region“ so schätzen gelernt, dass er nun nach zwei Jahren als Chirurgie-Chefarzt in Frankfurt/Main wieder zurück gekehrt ist. „Obwohl man das eigentlich nicht macht in einer medizinischen Karriere“, weiß er.

Alle rationalen Gründen hätten denn auch für Frankfurt gesprochen: eine gut dotierte Chefarztstelle, ein passendes gesellschaftliches und kulturelles Umfeld sowie gute Aussichten, auf der Karriereleiter weiter nach oben zu kommen. „Aber Ruhm und Geld sind nicht alles“, sagte der 51-jährige Mediziner, der von seinen ehemaligen Kollegen wieder mit offenen Armen und vielen herzlichen Worten empfangen wurde.

Den Ausschlag für Neubrandenburg hätten nach langen Überlegungen am Ende die vier wichtigsten Frauen in seinem Leben gegeben, verrät der alte und neue Chefarzt bei seiner feierlichen Einführung: seine Frau, seine beiden Töchter und Klinikum-Geschäftsführerin Gudrun Wegner. Sie gehörte zu denen, die hartnäckig immer wieder nachgefragt haben, ob er, dem ein „außergewöhnliches Operationstalent“ nachgesagt werde, nicht zurückkommen will.

Und auch seiner Frau, die ursprünglich aus dem Sauerland stammt, haben die Menschen, die Landschaft, das Klima und die „sehr gute Kinderbetreuung“ des Nordostens gefehlt.

Nachdem seine Entscheidung für Neubrandenburg gefallen war, habe sie die drei und vier Jahre alten Mädchen sofort wieder in ihrem alten Kindergarten angemeldet.

Trotzdem möchte Michael Ernst die zwei Jahre in Frankfurt nicht missen. Er habe „Feinheiten und Tricks dazu gelernt“, von denen nun auch die Patienten in Neubrandenburg profitieren sollen. Er will zertifizierte Gefäß-, Lungen- und Darmzentren am Klinikum aufbauen. „Wichtig ist, dass wir den Patienten alles ermöglichen können, was die moderne Medizin anbietet“, sagte er. Dabei könne er auf ein bewährtes Team zurückgreifen. Zum Beispiel auf Dr. Frank Lämmerhirt, der die zwei schwierigen Jahre ohne seinen Chef so umschrieb: „Seitdem unser Kapitän 2007 in die Ferne zog, fuhr unser Schiff durch unruhige Gewässer.“ Lämmerhirt war sich aber tief in seinem Innern wohl all die Monate sicher, dass Michael Ernst zurück kehren würde: „Seit 670 Tagen verwahre ich seine OP-Schuhe in meinem Schrank und habe sie heute an ihren alten Platz zurück gestellt“, sagte er bei der Einführung.

Stand 25.08.2011 Quelle NK090530