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Geburtstag der Mutter am Tag vor der Reise

Das kleine Mädchen aus dem Kosovo, knapp einen Monat im Neubrandenburger Klinikum, kann wieder nach Hause fahren. Ihr geht es besser.

VON THOMAS BEIGANG NEUBRANDENBURG. Gleich zweifachen Grund zur Freude hatte gestern Sevdil Tahiri, die Mutter der kleinen Albulena. Das kleine Mädchen aus dem Kosovo ist vor knapp einem Monat zur medizinischen Behandlung im Bonhoeffer-Klinikum der Viertorestadt eingetroffen. In der Heimat konnte der an einer schweren Nierenerkrankung leidenden Albulena nicht geholfen werden. „Die Behandlung ist erfolgreich abgeschlossen“, sagte die Leitende Oberärztin der Kinderklinik, Regina Beckmann. Alles sei gut gegangen, so die promovierte Medizinerin.

Der Mutter fällt ein Stein vom Herzen. Eine gute Nachricht – und das an ihren Geburtstag. Gestern feierte Sevdil Tahiri ihren 33. Geburtstag. Verwandte, die in Deutschland leben, haben die Jubilarin an ihrem Ehrentag besucht. Auch, um Lebewohl zu sagen. Denn heute früh um neun Uhr kehren Mutter und Tochter wieder in den Kosovo zurück. Mit im Gepäck kleine Geschenke von Ärzten und Schwestern der Station, die den beiden vier Wochen lang zur zweiten Heimat wurde.

Zur Erinnerung: Bundeswehr Oberstleutnant Hans Schommer, derzeit im Kosovo stationiert, hat dort vom dem tragischen Schicksal des kleinen Mädchens erfahren. Ohne Behandlung, so hieß es, seien die Tage der Patientin wohl gezählt. Im deutschen Lazarett konnte nicht geholfen werden – kein Urologe vor Ort und erst recht kein Kinderarzt. Schommer entwarf, nach vielen Telefonaten und E-Mails in die Heimat, eine „Rettungskette“ (Der Uckermark-Kurier berichtete): Die Caritas bezahlte den Flug für Mutter und Tochter, das private Krankentransport-Unternehmen Medical-Service aus Neubrandenburg holte die beiden vom Flughafen ab und das Bonhoeffer-Klinikum in der Viertorestadt übernahm die Behandlungskosten. Anfangs gingen die Mediziner davon aus operieren zu müssen – „doch wir haben die Krankheit medikamentös in den Griff bekommen“, so Beckmann.

In aller Herrgottsfrühe steht heute wieder ein Medical-Service Fahrzeug vor dem Krankenhaus und bringt die Mutter und ihre tapfere Tochter zum Flughafen nach Berlin-Tegel. „Wir geben ihnen Medikamente mit“, sagt die behandelnde Ärztin. Notwendige Kontrolluntersuchungen der Patientin in der Heimat sollen vor Ort von Bundeswehr-Medizinern übernommen werden. Per E-Mail wird die Nierenspezialistin Beckmann über die Ergebnisse informiert.

Schommer, Initiator der Rettungsaktion, wird es sich kaum nehmen lassen, Mutter und Tochter im Kosovo persönlich in Empfang zu nehmen – wenn der Dienst das zulässt. Denn seine Mission hält der Offizier noch nicht für beendet. „Ich werde mich auch weiter für das Schicksal der kleinen Albulena interessieren und helfen“, so der Mann.

Stand 22.06.2008 (Quelle/Nordkurier: 19.05.2008)