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Referenzzentrum für Augen-OPs

Die Augenklinik des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg ist Referenzzentrum für Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie.

Referenzzentrum für Augen-OPs

Dr. A. Weinländer Mölders; Prof. Dr. H. Höh

OP-Schnitte am Auge werden immer kleiner

Im Klinikum wird eines von sechs deutschen Referenzzentren für Operationen der Linse mit Mini-Schnitten eingerichtet.

NEUBRANDENBURG. Je kleiner der Schnitt für einen medizinischen Eingriff, desto besser – dieses Prinzip gilt auf fast allen Operationsgebieten. Erst recht natürlich beim Organ Auge. Bei Star-Operationen wurde kürzlich eine neue Etappe an der Augenklinik des Bonhoeffer-Klinikums eingeläutet.

Seit Ende 2007 ist es möglich, mit einer neuen Technologie des Unternehmens Bausch & Lomb (Berlin) eingetrübte und damit nicht mehr funktionierende Linsen durch zwei 1,8 Millimeter lange Schnitte auszuwechseln, sagte der Chefarzt der Augenklinik, Prof. Helmut Höh. „Lag die Schnittgröße bei Star-Operationen vor 15 Jahren noch bei 6 Millimeter, so hat sie nun innerhalb kürzester Zeit eine Entwicklung über etwa 3 Millimeter bis hin zum Kleinstschnitt von 1,8 Millimeter gemacht“, sagte Höh.

Bei der neuen OP-Methode werde die neue Linse zusammengerollt, um sie durch den Mini-Schnitt zu befördern. Die Vorteile für den Patienten lägen auf der Hand. Kleinstschnitte würden eine schnelle Wundheilung, eine geringere Hornhautverkrümmung sowie ein kleineres Infektionsrisiko mit sich bringen. „Es ergibt sich eine höhere Sicherheit für den Patienten“, sagte der Chefarzt.

Aufgrund der langjährigen Erfahrungen mit der neuen OP-Methode sowie der Vielzahl der Operationen – pro Jahr rund 8000 Eingriffe in der Augenklinik – wurde gestern zudem das erste Referenzzentrum für Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie der Firma Bausch & Lomb (Berlin) in Ostdeutschland eingeweiht. „Diese Auszeichnung kamnicht zufällig“, sagte Dr. Angelika Weinländer-Mölders, Bereichsleiterin Chirurgie bei Bausch & Lomb, während der Übergabe der Urkunde. Die Neubrandenburger Augenklinik gehöre weltweit zu den ersten Zentren, die bereits seit 1995 Eingriffe am Auge mit Kleinstschnitten in ihr operatives Repertoire aufgenommen haben. Für diese Technik hatten Professor Höh und sein Team zunächst eigene Geräte entwickelt. Bausch & Lomb habe mittlerweile eine Plattform für die Operateure zur Verfügung gestellt, die sämtliche technischen Voraussetzungen beinhalte, sagte AngelikaWeinländer-Mölders.

Besonders junge Operateure seien offen für die neue Kleinstschnitt-Chirurgie. Im Neubrandenburger Referenzzentrum können sie sich nun die erforderlichen Kenntnisse durch Hospitationen imOperationssaal aneignen.

Stand 11.07.2008 (Quelle/Nordkurier: 08.07.2008)