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Spende macht bessere Diagnose möglich

Der Verein „Krebshilfe für Kinder“ hat 30.000 Euro für ein EEG-Gerät mit Videoüberwachung gesammelt, das jetzt in der Kinderklinik im Einsatz ist.

Spende macht bessere Diagnose möglich

Hirnströme des kleinen Lio Giermann auf dem Bildschirm aus, Chefarzt Prof. Hans-JoachimFeikert

VON ANKE BRAUNS Für Laien bietet Lio Giermann eher einen erschreckenden Anblick, wie er da liegt mit den vielen Elektroden am Kopf.

Doch der knapp ein halbes Jahr alte Junge aus Salow quietscht recht vergnügt, dreht seinen Nuckel in der Hand und guckt fasziniert zu dem Mobile, das sich an der Decke bewegt. Währenddessen werden seine Hirnströme gemessen, Wellen und Zacken laufen ununterbrochen über einen Bildschirm. Das neue Gerät für die so genannte Elektroenzephalographie (EEG) mit Videoüberwachung für das Zentrumfür Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikumist dem Verein „Krebshilfe für Kinder“ zu verdanken, der in den vergangenen zwei Jahren 30.000 Euro dafür gesammelt hat.

Das EEG-Gerät dient der Messung von bioelektrischen Strömen im Gehirn und kann für die Erkennung von Krankheiten wie Epilepsie, aber auch von Hirntumoren eingesetzt werden.

Vorsitzender Enrico Kautz und Stellvertreter Marcus Haase übergaben das Gerät gestern offiziell – aber nur symbolisch, denn bereits seit Mitte Januar ist es in Betrieb und hat sich bereits bewährt, wie Kinderklinik-Chefarzt Professor Hans-Joachim Feickert betont. Seit längerer Zeit versuche man, die inzwischen in die Jahre gekommene Technik im Kinderschlaflabor nach und nach zu erneuern. Übrig war nun noch ein EEG-Gerät „aus der Steinzeit“, das für die Ambulanz und die Stationen genutzt wurde und noch mit Papierausdrucken und ohne Videoüberwachung arbeitete. Ohne Videoaufzeichnung sei es jedoch gerade bei Kindern manchmal schwer zu entscheiden, ob es sich bei kaum merklichen Bewegungen um einen Krampf oder nur eine Muskelzuckung handle.

Mit der Videoüberwachung jedoch lassen sich Bewegungen und Hirnstrommessung sekundengenau abgleichen. Die neue Ausrüstung habe „bei ein, zwei Kindern“ schon eine eindeutige Diagnose ermöglicht.

„Dieses digitale EEG mit Videoeinrichtung hat bei uns eine ganz wichtige Lücke geschlossen, wir können damit auch auf die Intensivstation fahren“, sagte Feikert, der sich freut, dass der Verein neben diesem Gerät auch noch ein Gerät zur Überwachung des CO2 in der Atemluft spendiert hat, mit dem man sehen könne, wie schwerwiegend eine Atemstörung sei. Besonders für Frühgeborene werde diese Technik häufig gebraucht.

Der Verein „Krebshilfe für Kinder“ wurde 2005 in Neubrandenburg gegründet. In einer ersten Spendenaktion haben die Mitglieder Geld für ein Spezialbett gesammelt, das seit zwei Jahren behinderten Kindern im Klinikum zu Gute kommt.

FOTO: A.BRAUNS

Stand 25.08.2011