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20 Patienten warten auf Niere

Die Mitarbeiter des Bonhoeffer-Klinikums haben „in besonderem Maße Mitgefühl für die Menschen bewiesen, die dringend auf eine lebensrettende Transplantation warten“, meint die Stiftung Organtransplantation (DSO).

20 Patienten warten auf Niere

Der Ärztliche Direktor Dr. Johannes F. Hallauer ist dankbar für die Anerkennung, die dem Klinikum fürs Engagement in Sachen Organspende zuteil wird. FOTO: A. BRAUN

Heute zeichnet sie das Haus „für den vorbildlichen Einsatz für die Organspende“ in Anwesenheit von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) aus. Anke Brauns sprach vorab mit dem Ärztlichen Direktor PD Dr. Johannes F. Hallauer.

Die Auszeichnung ist ja nicht vordergründig ein Preis für die Qualität der Arbeit an und mit den Patienten im Klinikum. Freuen Sie sich trotzdem darüber?
Freuen ist bei diesem Thema vielleicht nicht das richtige Wort. Aber wir sind dankbar für die Anerkennung auf diesem sehr schwierigen Gebiet, das sehr viel Sensibilität verlangt und hohe Anforderungen an die Mitarbeiter stellt.
Transplantationen finden im Klinikum nicht statt. Aber das Haus ist an der so genannten Identifikation von Spenderorganen beteiligt. Was heißt das?
Wenn wir einem Patienten nicht mehr helfen können und Fachärzte den Hirntod festgestellt haben, dann gibt es Gespräche mit den Angehörigen über die Möglichkeiten einer Organspende, um damit anderen Patienten lebensrettend helfen zu können. Dafür gibt es ein Team um unseren Transplantationsbeauftragten Dr. Andreas Kellner, der Oberarzt unserer Intensivtherapiestation ist. Das sind sehr erfahrene Intensivmediziner, die gemeinsam mit der Stiftung Organtransplantation geschult wurden in Fragen der Organspende. Bei Zustimmung der Angehörigen kommt ein Team der Stiftung und unterstützt die Fachärzte unseres Hauses bei der Organentnahme.
Diese Gespräche mit den Angehörigen stellt man sich als Außenstehender schwer vor.
Das ist sehr schwer und muss der Situation angemessen sein. Aber wir haben die Hoffnung, dass der Gesetzgebermit der Änderung des Transplantationsgesetzes erreicht, dass sich viele Menschen mit dem Thema beschäftigen. Im Gespräch ist zum einen die Widerspruchslösung. Das heißt, jeder der nicht widerspricht, ist einverstanden. Aber wir favorisieren die Erklärungslösung, bei der jeder einen Spenderausweis bekommt und sich positionieren kann. Dabei geht es nicht vorrangig darum, ob man sein Kreuz schließlich bei „Ja“, „Nein“ oder „Möchte mich jetzt nicht festlegen“ macht. Wichtig ist, dass sich die Menschen in einer nicht belasteten Situation damit befassen, ihre eigene Position finden. Denn für Angehörige ist es sehr belastend, eine Entscheidung zu treffen.
Organtransplantationen werden deutschland- und europaweit koordiniert. Kann man trotzdem an regionalen Zahlen zeigen, wie aktuell das Thema auch hier ist?
Im Nieren-Zentrum Neubrandenburg auf dem Gelände des Klinikums gibt es allein 20 Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, davon stehen sieben seit über fünf Jahren auf der Warteliste. Sie sind zwischen 40 und 53 Jahre alt.

Außerdem werden hier 52 Patienten betreut, die schon eine Nierentransplantation hinter sich haben.

Von den Organen, die Menschen in unserem Land, Brandenburg und Berlin spenden, werden etwa 55 Prozent auch bei Patienten aus der Region transplantiert.

Engagement gewürdigt

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zeichnet Kliniken seit fünf Jahren für besonderes Engagement auf dem Gebiet der Organspende aus. Dabei spiele die Zahl von Organspenden keine Rolle, so Alexandra Hesse von der DSO.

Wichtig seien Kriterien wie Zusammenarbeit in Akutsituationen, Ausbildung der Beauftragten, Fortbildungsangebote, Aktionen und Aufklärung zum Thema Organspende. Ein regionaler Fachbeirat berate die DSO bei der Entscheidung.(AB)

Stand 03.11.2011 Quelle NK111027