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Hauptamtliche Verstärkung für den Demograf-Verein

Bisher kümmerte sich Demograf ehrenamtlich um Randzeitenbetreuung von Kindern. Jetzt gibt’s Verstärkung.

Hauptamtliche Verstärkung für den Demograf-Verein

Hans-Joachim Schröder (l.) wünschte Ulrich Heinicke alles Gute für seine Arbeit in der Demograf-Geschäftsstelle. FOTO: A. BRAUNS

NEUBRANDENBURG (AB). Mit dem neuen Kindertagesförderungsgesetz will das Land die Kinderbetreuung verbessern. Die Randzeiten – vor 6 Uhr und nach 18 Uhr – spielen jedoch nach wie vor keine Rolle.Wer aber um 6 Uhr mit der Frühschicht beginnt oder um 20 Uhr aus der Spätschicht kommt und niemanden hat, der sich um die Kinder kümmern kann, ist auf so ein Angebot angewiesen. Viel zu tun also weiterhin für den Verein Demograf, der sich in Neubrandenburg um Randzeitenbetreuung von Kindern und zu pflegenden Angehörigen bemüht. Bisher leisteten die Vereinsmitglieder die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich. Jetzt konnte der Verein auf dem Gelände des Klinikums in der Külzstraße eine Geschäftsstelle eröffnen und dank Fördermitteln mit Ulrich Heinicke einen Mitarbeiter einstellen.

Nach Angaben von Hans-Joachim Schröder, bisheriger Vorsitzender des Demograf e.V., werden derzeit über 120 Kinder in Neubrandenburg in Randzeiten betreut. Allein durch die Kaufland-Eröffnung habe es in Kitas der Oststadt über 20 neue Anfragen gegeben. Da es dafür keine staatliche Unterstützung gibt, Eltern die Kosten aber nicht allein tragen können, geht das oft zu Lasten der Einrichtungen. Die Randzeitbetreuung koste eine Kita pro Jahr etwa 30 000 Euro, schätzt der Verein.

Unternehmen wie das Klinikum, das dem Demograf auch den Raum in der Külzstraße zur Verfügung stellt, sind deshalb ideale Partner für den Verein. Denn die Klinik sichert sich für ihre Mitarbeiter Kita-Plätze in einer betriebsnahen Einrichtung und unterstützt die Betreuung in Randzeiten finanziell. Für Verwaltungsdirektor Winfried Balschat ist das ein Instrument, um gutes Personal zu sichern. Wie wichtig es ist, auch für die Zukunft Arbeitskräfte durch familienfreundliche Maßnahmen an ein Unternehmen zu binden, ist aber noch längst nicht in allen Firmen angekommen, meint Helmut Jaster, Geschäftsführer von data experts. Die Firma ist nicht nur als familienfreundliches Unternehmen von der Stadt ausgezeichnet worden, sondern ist auch Mitglied und Unterstützer des Vereins.

So wie Klinikum und data experts gehören schon einige Firmen zu den Sponsoren und Mitgliedern. Dafür, dass es noch viel mehr werden, soll nun Heinicke sorgen, der durch mehrjährige Tätigkeit in einem Unternehmerverband schon viele Kontakte hat. Dann sollen noch mehr Kindereinrichtungen bei der Randzeitenbetreuung unterstützt werden. Fünf Förderungen zwischen 250 und 500 Euro hat der Verein bereits ausgereicht.

Hans-Joachim Schröder gab wegen „beruflicher Neuorientierung“ den Vorsitz des Vereins ab. Im Juni wird ein neuer Vorstand gewählt.

Stand 23.04.2010