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Klinikum unterstützt Aufklärung von Medikamententests am Bezirkskrankenhaus Neubrandenburg

Bisher keine überprüfbaren Hinweise auf unerlaubte Studien

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum ist an einer umfassenden Aufklärung angeblicher Medikamententests in der DDR interessiert und bereit, daran mitzuwirken. Bekannt ist, dass Ende der 1980er Jahre Studien für westdeutsche Pharmaunternehmen am Bezirkskrankenhaus Neubrandenburg durchgeführt wurden. Gegenwärtig liegen dem Klinikum jedoch keine überprüfbaren Hinweise darüber vor, ob es sich dabei um unerlaubte klinische Studien handelte und ob Einverständniserklärungen der Patienten vorlagen. „Es ist unmöglich, ohne konkrete Anhaltspunkte danach in tausenden Patientenakten zu suchen. Wir brauchen die Namen der Patienten“, so Geschäftsführerin Gudrun Kappich. Unterlagen zu den Studien in der DDR gibt es am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum nicht.

Das Klinikum hat deshalb Dr. Rainer Erices am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg gebeten, die seinen Aussagen zugrunde liegenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Nach Medienberichten haben Untersuchungen des Medizinhistorikers ergeben, dass in Neubrandenburg Ende der 1980er Jahre Arzneimittelstudien mit dem blutdrucksenkenden und herzstärkenden Wirkstoff Spirapril erfolgten.

Möglicherweise betroffene Patienten erhalten auf Wunsch Einsicht in ihre Patientenakten. Diese werden entsprechend den gesetzlichen Aufbewahrungspflichten 10 bzw. 30 Jahre archiviert. Um im Zusammenhang mit den offenen Fragen Untersuchungen nicht zu behindern, wurde die routinemäßige Vernichtung der Patientenakten vorerst ausgesetzt.

Stand 16.05.2013