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Relief im Klinikum Enthüllt

NEUBRANDENBURG (RW). Des antifaschistischen Widerstandskämpfers und Theologen Dietrich Bonhoeffer (4. 2. 1906 – 9. 4. 1945) ist am Wochenende in der Oststadt gedacht worden.

Relief im Klinikum Enthüllt

Ricarda Wyrwol

Vor 66 Jahren wurde der Pfarrer, dessen Namen das Klinikum seit 2002 trägt, am 9. April im Konzentrationslager Flossenburg in Oberfranken hingerichtet. Schon 1940 hatten ihn die Nazis wegen seines Engagements für eine mündige Welt und seines neuen Verständnisses von Kirche und Glauben mit einem Redeverbot und 1941 mit einem Druck- und Veröffentlichungsverbot belegt.

Gestern enthüllte Klinikum-Geschäftsführerin Gudrun Wegner im Foyer am Haupteingang des Krankenhauses ein Kunstwerk, das die Hamburgerin Ricarda Wyrwol, geboren 1962 in Braunschweig, geschaffen hat. Es erinnert an Stationen aus dem Leben Bonhoeffers. Sie habe nicht einfach eine Büste schaffen wollen, sondern etwas aus dem Leben des Theologen erzählen, so Wyrwol. So zeigt die Künstlerin anhand eines Baumes, den sie nach einem Familienfoto geschaffen hat, wie Dietrich unter sieben Geschwistern behütet und doch frei aufwuchs. In einem anderen Reliefteil werden Kirchen gezeigt und damit Hinweise auf den Beruf Bonhoeffers gegeben. Auch die Zellentür und die Hinrichtung hat Ricarda Wyrwol plastisch umgesetzt. In großen Buchstaben steht im Mittelpunkt der Text des evangelischlutherischen Theologen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“ Vor der Enthüllung des Reliefs hatte die Friedensgemeinde der Oststadt einen Gottesdienst im Foyer gestaltet.

Dessen Organisator Pastor Christian Finkenstein hatte am Tag zuvor jedermann zu einem Dietrich-Bonhoeffer-Gedenklauf um den Mühlenteich eingeladen. Er selbst lief mit im Feld von 16 Läufern und Nordic Walkern, die zwei, fünf oder sieben der 840-m-Runden absolvierten. Gudrun Wegner meinte gestern, dass diese Initiative zu einer Tradition werden sollte. Vor dem Start hatten die Sportler im stillen Gebet der Opfer des Verkehrsunfalls auf der A 19 gedacht.

Foto: R.Wehden

Stand 12.04.2011 Quelle: NK110411