Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
start » gyn » Nachrichten » 2016 erweist sich als guter Zwillings-Jahrgang

2016 erweist sich als guter Zwillings-Jahrgang

Dr. med Konstanze Kissing-Pahl, Oberärztin im Bonhoeffer-Klinikum, hat Erfahrung mit Mehrlingsgeburten. Einmal wurde aber auch sie überrascht.

NEUBRANDENBURG.
Bereits 20 Zwillingsgeburten gab es in diesem Jahr im Dietrich Bonhoeffer-Klinikum, damit ist Mitte Juli schon die Gesamtzahl von 2015 (18) überschritten worden. Das Jahr sei insgesamt ziemlich „geburtenreich“, schätzt Dr. med. Konstanze KissingPahl, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ein. Mehrere Zwillingsgeburten innerhalb weniger Tage wie jetzt im Juni und Juli seien indes selten. Kissing-Pahl kann sich aber an den Oktober 2014 erinnern, als innerhalb von sieben Tagen fünf Zwillingspärchen zur Welt kamen.

Viele Mehrlingsschwangerschaften seien auf Kinderwunschbehandlungen zurückzuführen, dadurch gebe es heute mehr als die nach der Hellinschen Regel erwartete eine Zwillingsgeburt auf 85 Geburten. Ein weiterer Grund liege aber auch darin, dass die Familienplanung heute öfter etwas später realisiert wird. „Dadurch kommt es zu etwas mehr natürlich entstandenen eineiigen Zwillingen.“

Risiko für Mutter steigt bei Mehrlingsschwangerschaft
Auch Drillingsgeburten habe sie am Bonhoeffer-Klinikum schon erlebt, so die Oberärztin. Die letzte habe es 2009 gegeben. Und darüber hinaus gehende Kinderzahlen? „Prinzipiell wären wir zu allem bereit“, versichert Kissing-Pahl. „Im Sinne der werdenden Eltern wünscht man sich aber keine höhergradigen Mehrlinge, da diese Schwangerschaften mit einem besonders hohen Risiko einhergehen.“

Bei Mehrlingsschwangerschaften seien Frühgeburten nicht selten. Das liege an der stärkeren Dehnung der Gebärmutter und den dadurch häufiger schon früh einsetzenden Wehen. Für die werdende Mutter bringe es immer eine höhere körperliche Belastung und ein höheres Risiko mit sich, wenn mehr als ein Kind in ihrem Bau heranwächst. Deshalb würden Ärzte diese Schwangeren auch öfter zur Kontrolle bitten.

Vor einigen Monaten habe es im Kreißsaal aber tatsächlich einmal eine Überraschung gegeben. „Die junge Frau war zu keiner Schwangerenvorsorge gewesen, daher wusste niemand, dass es Zwillinge waren. Das war aber für mich das erste Mal in allen Berufsjahren. Mit Schwangerenvorsorge ist das ausgeschlossen“, ist sich Dr. Kissing-Pahl sicher.

Stand 04.08.2016 Quelle: NK160719