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Wo das Leben beginnt, ist das Glück zu Hause

Fast 950 Babys wurden im vergangenen Jahr im Neubrandenburger DietrichBonhoeffer-Klinikum geboren. Selbst auf eine schwierige Geburt ist man hier gut vorbereitet. Eltern und Kind können schon in der Klinik die ersten Tage ganz in Familie erleben.

Wo das Leben beginnt, ist das Glück zu Hause

Dr. Konstanze Kissing-Pahl untersucht mit dem Ultraschallgerät eine werdende Mutter

NEUBRANDENBURG. Das Leben richtet sich nicht nach Terminkalendern. Und so ist Lena auch früher auf die Welt gekommen, als ihre Eltern Ulrike Meyer und Toni Jantschik sie eigentlich erwartet hatten. Ganz rosig liegt die Kleine in ihrem rollbaren Anstellbettchen. Die junge Familie hatte Glück, sie bekam das einzige Familienzimmer auf der Wochenbettstation. So kann Papa Toni über Nacht bei seinen Mädels bleiben. „Es sind alle sehr nett hier“, sagt Toni Jantschik zufrieden. Hier ist, wo das Leben beginnt, im Neubrandenburger Dietrich-BonhoefferKlinikum.

Genau 948 Babys erblickten im vergangenen Jahr im Klinikum das Licht der Welt. Und auch an diesem Morgen herrscht wieder viel Betrieb. Vier Frauen liegen gerade im Kreißsaal. Neun werdende Mütter kommen heute auf die Geburtenstation, um sich in einer kleinen Sprech stunde vorzustellen. „Im Schnitt haben wir zwei bis drei Geburten pro Tag“, hat Dr. Konstanze KissingPahl, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum, gleich eine Zahl parat.

Jede vierte Geburt ist ein Kaiserschnitt Eigentlich sollte heute ein Kaiserschnitt erfolgen, aber die Zwillinge mussten schon zwei Tage früher geholt werden. Jede vierte Geburt im Klinikum ist ein Kaiserschnitt.„Wir setzen diesen Eingriff mit viel Respekt und sehr bewusst ein“, betont Konstanze Kissing-Pahl. Denn neben medizinischen Risiken verlängere ein Kaiserschnitt die Liegezeit und habe Auswirkungen auf Folgeschwangerschaften. Die meisten Mütter verlassen das Krankenhaus nach der U2-Untersuchung ihrer Neugeborenen am vierten Lebenstag, einige auch schon nach ein paar Stunden.

Frühchen Lena wog bei ihrer Geburt 2870 Gramm. Eine Gewichtsuntergrenze, bis zu der Säuglinge in Neubrandenburg entbunden werden können, gibt es nicht mehr. Mit Dr. Sven Armbrust, dem Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, hat das Klinikum zudem jemanden, der besonderes Fachwissen bei Frühgeburten besitzt.

Das Bonhoeffer-Klinikum hat alle wichtigen Fachbereiche unter einem Dach. Ein Vorteil, der sich besonders dann auszahlt, wenn nicht alles glatt läuft. Für einige Eltern ist es beruhigend zu wissen, dass Spezialisten sofort erreichbar sind.

„Bei uns war es eine Traumgeburt“, sagt Toni Jantschick. Um 14 Uhr ist das junge Paar in die Klinik gefahren und um 19.12 Uhr war Lena bereits da. Der kleine Sonnenschein bleibt den ganzen Tag über im Zimmer bei der Mutter. „Rooming-in“ nennt man das in der Krankenhausfachsprache. „Das ist das Beste für Mutter und Kind, musste sich aber erst durchsetzen“, sagt Konstanze Kissing-Pahl. Denn einige Mütter hätten die Erwartung, ihre Kinder in der Nacht bei den Schwestern im Neu geborenenzimmer abgeben zu können, um ihre Ruhe zu haben. „Wir kümmern uns natürlich, wenn die Mutter das wünscht“, sagt Kissing-Pahl. Für die Bindung zwischen Mutter und Kind sei es aber gut, wenn das Neugeborene bei der Mutter bleibt.

Ulrike Meyer und Toni Jantschik haben auch schon einen kleine Kostprobe bekommen, was sie in den Nächten der nächsten Monate erwarten wird. Die Freude an ihrem Nachwuchs trübt das natürlich nicht.

Stand 30.07.2014 Quelle: NK140706