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Spiegelung des Darms wichtig zur Vorsorge

Die Darmspiegelung ist die beste Krebsvorsorge, wird aber zu wenig genutzt. Förderverein und Tumorzentrum wollen verstärkt informieren.

Spiegelung des Darms wichtig zur Vorsorge

Dr. Norbert Grobe, Sabine Spilker und Dr. Ulrike Flintzer vom Vorstand des Fördervereins. FOTO: ANKE BRAUNS

NEUBRANDENBURG. Wer einen Termin zur Darmspiegelung hat, den gruselt es meistens schon viele Tage vorher. Der Gedanke an das eklige Zeug, das man vorbereitend trinken muss, und an die unangenehme Untersuchung selbst – da sind viel Angst und Schamgefühl im Spiel, wissen die Mediziner im DietrichBonhoeffer-Klinikum. Das ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass die Akzeptanz dieses „besten und sichersten“ Verfahrens der Darmkrebsvorsorge nur bei knapp über 20 Prozent liegt, sagt Oberarzt Dr. Norbert Grobe, Vorsitzender des Tumorzentrums im Klinikum. Bei den Männern sei die Prozentzahl derer, die diese ab 55 Jahren empfohlene und von den Krankenkassen getragene Untersuchung nutzen, sogar noch geringer. „Das ist zu wenig“, betont er.

Um den Menschen Ängste zu nehmen, lädt der Förderverein Onkologisches Schwerpunktkrankenhaus, in dessen Vorstand Grobe aktiv ist, gemeinsam mit dem Tumorzentrum am nächsten Mittwoch, 24. März, interessierte Bürger zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Darmkrebsvorsorge Die große Herausforderung“ ein.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung – bei Frauen nach Brustkrebs, bei Männern nach Prostatakrebs, erklärt die Vereinsvorsitzende Sabine Spilker, die als Diplom-Psychologin in der Klinik für Innere Medizin arbeitet. Allein im Bonhoeffer-Klinikum werden jährlich rund 150 Patienten mit Dickdarmtumoren behandelt. „Tendenz steigend“, sagt Norbert Grobe. Das liege auch daran, dass das Krankenhaus in diesem Bereich personell gut besetzt sei, diese Erkrankung als wesentlichen Schwerpunkt sieht und eine Zertifizierung als Darmzentrum anstrebe.

Wenn Darmkrebs rechtzeitig erkannt werde, gebe es gute Heilungschancen. Bei Darmspiegelungen werden nach Angaben des Mediziners viele gutartige Polypen entdeckt, die sich im Laufe der Jahre zu bösartigen Tumoren entwicklen können und deshalb gleich oder bei einem späteren Termin entfernt werden. „Damit kann man frühe Stadien verhindern.“ Die Informationsveranstaltung wird eins von mehreren öffentlichen Angeboten des Fördervereins in den nächsten Monaten zu verschiedenen Krebserkrankungen sein, kündigt Sabine Spilker an, die seit August Vorsitzende ist. Der Förderverein wolle künftig noch aktiver in der Öffentlichkeit arbeiten und Krebspatienten mit ihren Angehörigen unterstützen. Das ist das Hauptanliegen des 1991 gegründeten Vereins, der Spenden sammelt, Selbsthilfegruppen für Krebspatienten und die Weiterbildung von Mitarbeitern und Pflegediensten unterstützt und sich für ein besseres Umfeld für die Tumorpatienten im Haus einsetzt.

Am 17. Mai ist bereits die nächste Veranstaltung zum Thema Hautkrebs geplant. „Ab 20 Jahren wird dabei die Vorsorge empfohlen und beim heutigen Gesundheitsverhalten mit häufigem Besuch von Sonnenstudios sollte man das auch nutzen“, empfieht Dr. Norbert Grobe. Beim Mammographie-Screening zur Brustkrebsvorsorge sei die Akzeptanz höher, liege in Neubrandenburg mit 57 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – allerdings werden die Frauen zwischen 50 und 69 dazu auch aufgefordert. Die Gebärmutterhalsuntersuchung, die ab 20 Jahren empfohlen werde, nutzten über 60 Prozent der jungen Frauen. Ganz schlecht sei die Akzeptanz bei der ProstataVorsorge für Männer ab 50, sie liege nur bei etwa 15 Prozent.

Information
Mediziner des Klinikums informieren am Mittwoch, 24. März, von 19 bis 21 Uhr in der BethesdaKlinik neben dem Klinikum über Nutzen und Risiken der Darmkrebsvorsorge, über die chirurgische Therapie bei diesem Tumor und über psychologische Aspekte beim Darmkrebs. Alle Interessenten sind willkommen.

Der Förderverein Onkologisches Schwerpunktkrankenhaus als Organisator freut sich immer über neue Mitglieder und Spendenbeiträge. Wer die Arbeit des Vereins finanziell unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto des Vereins 3080801112 bei der Neubrandenburger Sparkasse (BLZ 15050200) überweisen.

Stand 21.03.2010 Quelle: NK100319