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Kinderunfallchirurgie

Für die Behandlung verletzter Kinder trifft ganz besonders zu, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Die Kenntnis der Besonderheiten des kindlichen Organismus ist die Voraussetzung, um Verletzungen beim Kind zu erkennen und adäquat zu versorgen.

Dabei ist die Berücksichtigung dieser Besonderheiten um so wichtiger, je jünger das Kind ist bzw. muss bei der Versorgung von Knochenbrüchen berücksichtigt werden, dass die Korrekturfähigkeit von Fehlstellungen mit zunehmendem Alter ab- und die Konsolidierungszeit von Frakturen zunimmt. Aus diesen Gründen erfolgt die Behandlung von Verletzungen des Kindes- und Jugendalters bis zum 16. Lebensjahr durch kindertraumatologisch erfahrene Kinderchirurgen in der Klinik für Kinderchirurgie. Das betrifft auch die Behandlung von Kindergarten-, Schul- und Wegeunfällen, einschließlich VAV und SAV durch den kinderchirurgischen Durchgangsarzt (CA Dr. med. Beyer). Ab dem 17. Lebensjahr erfolgt die Behandlung der Verletzungen durch die Unfallchirurgen und bei Arbeits- und Wegeunfällen durch den D-Arzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirugie.

Besonderheiten in der Anatomie und ihre Folgen:
  • Kinder sind kleiner als Erwachsene, dadurch z.B. Stoßstange von Autos bei Anprall in Höhe Bauch oder Oberschenkel
  • geringere Fett- und Muskelmasse, dadurch Bauchorgane relativ ungeschützt mit hohem Risiko von Zerreißungen
  • Proportionen sind anders als beim Erwachsenen mit verhältnismäßig großem Kopf und Verlagerung des Körperschwerpunktes nach oben, dadurch häufig Sturz auf den Kopf mit hohem Risiko einer intrakraniellen Verletzung (Hirnprellung, Hirnödem, Blutung)
  • Skelettsystem elastischer, dadurch weniger schwere Knochenbrüche z.B. nur Grünholzfrakturen, Stauchungsfrakturen
  • Wachstumsfugen an den Knochen, dadurch gewisse Korrekturfähigkeit bei Fehlstellungen möglich, aber auch zunehmendes Fehlwachstum bei Verletzung der Epiphysenfugen (Wachstumsfugen)
Besonderheiten in der Behandlung:
  • an das Kindesalter angepasstes Osteosynthesematerial, das in aller Regel nach geschlossener Reposition der Fraktur durch kleine Schnitte in den Knochen eingebracht wird:
    • ESIN = elastisch stabile intramedulläre Nagelung bei diaphysären Frakturen, übungsstabile Osteosynthese (kein zusätzlicher Gips erforderlich, aber nicht belastungsstabil)
    • kanülierte Schrauben, übungsstabile Osteosynthese
    • Kirschner-Drähte zur Stabilisierung von epiphysennahen Knochenbrüchen, Minimalosteosynthese, hier Gips erforderlich
    • an das Kind angepasste externe Fixationssyteme, z.B. Mono tube, Orthofix mit der Möglichkeit zur Dynamisierung
  • schmerzarme Behandlung, d.h. immer in Narkose oder im Einzelfall auch Leitungsanalgesie
  • wenn Reposition einer Fraktur in Narkose erforderlich, dann auch Stabilisierung durch o.g. Osteosyntheseverfahren, um weitere Narkoseeingriffe und häufige Röntgenkontrollen zu vermeiden
  • Möglichkeit von engmaschigen Ultraschallkontrollen bettseitig wegen möglicher intraabdominaler Begleitverletzungen
  • kindgerechte Unterbringung im Krankenhaus mit der Möglichkeit einer Mitaufnahme eines Elternteils
Stand 15.05.2014