Minimal-invasive Entfernung einer Niere
bei symptomatischer funktionsloser Niere
Minimal-invasive Chirurgie oder "Schlüssellochchirurgie" ist auch im Kindesalter inzwischen eine etablierte Methode. Allerdings sind nicht alle Methoden, die im Erwachsenenalter als Standard gelten, einfach auf das Kindesalter zu übertragen. Für das Erwachsenenalter typische Erkrankungen spielen beim Kind keine Rolle, dafür kommen bestimmte Erkrankungen des Kindesalters beim Erwachsenen nicht mehr vor. Es müssen daher die Methoden erst an die Bedürfnisse des Kindes angepasst werden, Operateure müssen eine spezielle Ausbildung in der Operation, insbesondere bei kleinen Kindern haben und es sind besonders kleine Instrumente erforderlich. Aus diesen Gründen wurden und werden eine Reihe Operationen beim Kind nach wie vor auf herkömmliche Weise durchgeführt. Da aber die minimal-invasive Chirurgie bezüglich der Wundheilung erhebliche Vorteile hat gegenüber großen Schnitten am Bauch und sich die Patienten wesentlich schneller erholen, ist das Ziel, auch den Kindern diesen Vorteil zugute kommen zu lassen.
Aus diesem Grund wurde in der Klinik für Kinderchirurgie das Spektrum der minimal-invasiven Chirurgie erweitert und im DBK Neubrandenburg im Juni 2006 erstmalig bei einem Kind die Entfernung einer symptomischen funktionslosen Niere endoskopisch durchgeführt, in diesem Fall bei einem 6jährigen Mädchen. Im Gegensatz zu einem Krankenhausaufenthalt von 8-10 Tagen nach der herkömmlichen Operation konnte das Mädchen das Krankenhaus bereits nach 4 Tagen verlassen. Inzwischen wurde ein weiteres Kind, ein 8 Monate alter Säugling, erfolgreich nach der modernen Methode operiert.

