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24 Kabel überwachten den Schlaf dieses Mädchens

Nachts wird Maxi manchmal kreidebleich. Ihre Eltern ließen den Schlaf des Kindes deshalb zwei Nächte lang kontrollieren. Die Ergebnisse sind vage, aber erfreulich.

24 Kabel überwachten den Schlaf dieses Mädchens

Die zweijährige Maxi aus Blankensee hatte es schwer, im Neubrandenburger Schlaflabor zur Ruhe zu kommen.

NEUBRANDENBURG. Maxi ist über 24 Kabelstränge an einem Computer im Schlaflabor angeschlossen. Gegen 1.30 Uhr wird sie auf dem Bauch liegend wach. Am EEG kann man die Phase ihres Schlafens und Erwachens erkennen. Einige Minuten später richtet sich das Mädchen auf und jammert, weil sie ihren Nuckel nicht finden kann. Ihre Mutter Marina erwacht im gleichen Zimmer des Klinikums und findet den Nuckel in einer Ecke des vergitterten Kinderbettes. 40 Minuten später schläft die Zweijährige wieder ein. Insgesamt wird sie noch fünfmal in der Nacht aufwachen. Die Mutter war mit Maxi aus Blankensee (bei Neustrelitz) ins Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg gekommen, weil das Kind im Schlaf manchmal blass wurde. „Das macht mir richtig eine Gänsehaut“, erzählt Marina Peters. Maxi habe dann leichenhaft wie eingewachst ausgesehen.

Bei Maxi vermuten die Kinderärzte Atemaussetzer, Sauerstoffmangel, Krämpfe oder Blutdruckabfälle. Für eine Diagnose muss sie zwei Tage im Schlaflabor schlafen und das ist nicht so einfach. Die Schläuche in der Nase, die Kohlendioxid-Sonde auf der Stirn und das Netz, dass die EEG-Empfänger beisammen hält. Das ungewohnte Bett und die fehlende Zwillingsschwester. Die erste Nacht hat nicht die nötige Klarheit gebracht. Der Schlaf war so zerrissen, dass sich keine Diagnose notieren ließ. Oberärztin und Kinderschlafmedizinerin Peggy Hanff sitzt im Computerraum und zieht die Stirn in Falten. Dann sagt sie ruhig, dass 1,2 Atemaussetzer pro Stunde kein Grund zur Sorge seien, keine Apnoe.

Doch sie traut den Berechnungen des Computers noch nicht. Nach der zweiten Nacht stellen die Ärzte fest, dass Maxi keine Atemaussetzer, also kein Apnoe-Syndrom und keine Krampfanfälle hat. Ihre Sauerstoffversorgung ist gut und auch die HNO-Spezialistin stellt keine großen Wucherungen fest, die einer Operation bedürfen. „Also keine eindeutige Diagnose, aber ein Ausschluss von vielen kritischen Vermutungen“, sagt Peggy Hanff zur Mutter, der ein Stein vom Herzen fällt.

Stand 24.06.2014 Quelle: NK140621