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Keine Angst vor Onkel Doktor

Einmal im Jahr lädt das Kinderzentrum des Neubrandenburger Dietrich Bonhoeffer-Klinikums zu einer speziellen Sprechstunde ein. Sie soll Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen. Die Kleinen dürfen sich umschauen und sogar operieren.

Keine Angst vor Onkel Doktor

Dr. Maja Milanova und Schwester Daniela Thees zeigen den Kindern den Umgang mit der Operationsnadel.

NEUBRANDENBURG. „Ist das der Mensch von innen?“ Die beiden Jungs haben in der Notfallambulanz des DietrichBonhoeffer-Klinikums das Skelett entdeckt und würden es am liebsten gleich untersuchen. Doch Schwester Karla hält sie zurück. Schon kurze Zeit später verlangt das Arm-Eingipsen von KitaFreundin Leonie die ganze Aufmerksamkeit der Jungen. Karla Lehmann erklärt den Kindern Schritt für Schritt, was vom Vermessen bis zum Umwickeln des Arms mit der Gipsbinde passiert.

Einmal im Jahr lädt das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Vorschulkinder zu einer Teddysprechstunde ein. Diesmal kommen sie von der BIP-Kreativ-Kita, der Kita am Oberbach und der Kita „Blümchen am Wall“. Da sich diese besondere Sprechstunde in den Klinikalltag einfügen muss, geht es nicht öfter. Anmeldungen gibt immer sehr viele. Zwei Stunden lang erfahren die Mädchen und Jungen während der Teddysprechstunde Interessantes über das Krankenhaus.

Mehr als 4000 kleine Patienten pro Jahr
In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin werden jährlich rund 2800 Mädchen und Jungen stationär behandelt, in der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie sind es rund 1300 Kinder. Beide Kliniken bilden das Kinderzentrum. Die kleinen Patienten kommen nicht nur aus der Viertorestadt. Medizinisch betreut werden ebenso Patienten aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus, beispielsweise auch aus der Uckermark.

Beide Kliniken erhielten in diesem Jahr zum dritten Mal das Gütesiegel „Ausgezeichnet.FÜR KINDER“. Zuvor hatten sie sich freiwillig einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Das Gütesiegel wird von einer bundesweiten Initiative unter Federführung der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland vergeben. „Mit der Teddybärensprechstunde wollen wir Kindern ein wenig die Angst vor dem Krankenhaus nehmen“, sagt Pflegedienstleiterin Ines Schwemer, die die organisatorischen Fäden für die Teddybärensprechstunde in der Hand hält. Das gelingt an diesem Vormittag. Die Neugier ist nämlich groß.

Endlich ist auch das Skelett. „Was ist das?“, fragt Anke Braun und zeigt auf die Rippen. Von Bauch bis Herz lauten die Vorschläge. Auf Rippen kommt keiner. Das Ganze heißt Brustkorb, erklärt Anke Braun. „Mein Judo-Trainer hat einen ganz breiten Brustkorb“, platzt daraufhin einer der Jungs heraus. Die Bewunderung seiner Freunde ist ihm sicher.

Zuvor waren Ayleen, Melanie, Julian, Marten und die anderen bei Schwester Irina in der Aufnahme. Sie erklärt ihnen, was hier passiert, wenn sie mit ihren Eltern zu ihr kommen. „Das wird jetzt ein bisschen kribbeln. Es ist so, als wenn ihr Schwimm flügel anlegt“, erläutert Irina Milinski das Blutdruckmessen und findet damit Verständnis bei ihren kleinen Zuhörern. Geduld und Ruhe seien gerade bei Kindern wichtig, weiß die erfahrene Schwester. Beides hat sie. „Manchmal muss ich bei aufgeregten Kindern auch erst mal beim Teddy den Blutdruck messen.“ Ein anderes Mal hilft auch ein Zauberpflaster bei einem kleinen Patienten. Auf die Wunde gesprüht, verschwindet mit solchen zauberhaften Dingen der Schmerz fast von allein.

An einer weiteren Station dürfen die Kinder ihre Kuscheltiere selbst verarzten. Dr. Maja Milanova zeigt ihnen den Umgang mit der Operationsnadel. Aber so flink wie die Assistenzärztin die Wunden der Kuscheltiere vernäht, schafft es keiner. Auch sie habe während des Studiums so üben müssen, erzählt die Assistenzärztin. Die Routine komme dann im Klinikalltag.

Stand 17.06.2014 Quelle: NK140613