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Neues Messgerät macht es kleinen Patienten leichter

Einen Schlauch zu schlucken ist schon Erwachsenen unangenehm. Kinder leiden wohl noch mehr, wenn eine derartige Untersuchung ansteht. Um einem Rückfluss von Magensäure auf die Spur zu kommen, ist es aber nötig. Das derzeit dafür genutzte Messgerät im Bonhoeffer-Klinikum kann dank der großzügigen Spende einer Firma nun bald in den Ruhestand gehen und einem moderneren Nachfolger Platz machen.

Neues Messgerät macht es kleinen Patienten leichter

Schwester Ursula Albrecht eicht das pH-Metrie-Gerät für den nächsten Einsatz.

NEUBRANDENBURG. Es ist klein, handlich und nicht schwer. Jedenfalls für einen Erwachsenen. „Aber wenn das ein zweijähriges Kind einen ganzen Tag mit sich herumträgt, ist das schon schwer“, sagt Ursula Albrecht. Die Kinderkrankenschwester, die in der Kinderklinik des Neubrandenburger Krankenhauses als Funktionsschwester für viele Tests und Untersuchungen zuständig ist, muss es wissen. Denn sie ist auch immer dann gefragt, wenn kleine Patienten für 24 Stunden über eine Sonde an das pH-Metrie-Gerät angeschlossen werden und es die ganze Zeit mit sich führen müssen. Auch deshalb freut sie sich, dass die Abteilung des BonhoefferKlinikums bald ein neues Gerät bekommt – das noch kleiner und leichter ist.

Das Gerät misst einen ganzen Tag lang den Säuregehalt an drei Stellen zwischen Kehlkopfeingang und Magen, erklärt Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Kinderklinik. Wenn insbesondere im oberen Bereich über längere Zeit ein saurer pH-Wert gemessen wird, lässt das den Rückschluss zu, dass Magensäure aufsteigt, erklärt er. Was man in einfacher Form als Sodbrennen kennt, kann auch eine „richtige“ Erkrankung sein. Kinder könnten daran leiden und es könne sich in verschiedenen Beschwerden von Unwohlsein bis hin zu chronischer Bronchitis äußern, so der Chefarzt.

Um diesen Rückfluss als Ursache der Beschwerden festzustellen oder auszuschließen, kommt das pH-Metrie-Gerät zum Einsatz – und das ziemlich häufig, auch schon bei Säuglingen, wie Schwester Jeannette Kietzer, Fallmanagerin der Station K 11, erklärt. Der unangenehmste Teil dabei ist wohl, wenn die Kinder die Sonde, die durch die Nase eingeführt wird, schlucken müssen, damit sie bis zum Magen reicht. Die 24 Stunden sollen sie dann so wie immer verbringen, sich normal bewegen, essen und trinken. Das sei gewöhnungsbedürftig, aber die Kinder schaffen das meistens schnell, erzählen die Krankenschwestern.

Das aktuelle Gerät hat schon rund 13 Jahre auf dem Buckel, erläutert Schwester Ursula Albrecht. Das neue Gerät wird dem neuesten Stand der Technik entsprechen und erweiterte Diagnosen ermöglichen, freut sich Sven Armbrust. Zu verdanken ist das der Neubrandenburger Firma ETL – einem Team aus Steuerund Unternehmensberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern. Zum 15. Geburtstag der ETL-Gruppe in der Stadt gab es kürzlich ein Sommerfest, bei dem statt Geschenken um Spenden an die ETL-Stiftung „Kinderträume“ gebeten wurde. Den gesammelten Betrag von 3000 Euro stockte die Stiftung großzügig auf 6000 Euro auf und übergab das Geld an den Förderverein „Kind im Krankenhaus“ am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum.

Eigentlich gibt der Verein eingehende Spenden vor allem für Spielzeug und andere Dinge, also „für das Wohlbefinden“ der Kinder aus, sagt die Vorsitzende Jeannette Mundthal. Diese Spende jedoch sei zweckgebunden für das neue pH-Metrie-Gerät übergeben worden. „Die Summe ist wirklich Hammer“, betont Jeannette Mundthal und bedankt sich ganz herzlich. „Das sind wirklich ganz treue Unterstützer, die uns schon ganz viel gespendet haben“, weiß sie zu würdigen.

Stand 04.09.2014 Quelle: NK140829