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Schnelle Hilfe für kleine Patienten

Was tun, wenn mein Kind einen Fremdkörper verschluckt hat? Ab wann und wie sollte Fieber gesenkt werden? Was ist zu tun nach einem Insektenstich, bei Verbrennungen an der heißen Herdplatte, nach einem Sturz vom Fahrrad oder dem Kontakt mit Giftpilzen? All das sind Fragen, die bei jeder Mutter und jedem Vater schon für Aufregung sorgten. Antworten und Hilfe gibt es beim nächsten Gesundheitsforum des Neubrandenburger Klinikums. Gesprächspartner ist Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Hartmut Nieswandt sprach vorab mit ihm.

Schnelle Hilfe für kleine Patienten

Der Chefarzt Sven Armbrust macht jeden Spaß mit: Warum nicht auch eine Runde „Boot fahren“ in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin?

Unverhofft kommt oft – gerade mit kleinen Kindern können die Eltern oft ihr blaues Wunder erleben.
Zum Beispiel mit „selbsthaftenden WC-Erfrischern“. Das scheint so ein neuer Renner zu sein. Es gibt diese Toilettenhygieneartikel als stabile Masse, die man ohne Halter im Toilettenbecken befestigen kann. Manchmal greifen kleine Kinder sich so ein buntes Gel-Kissen und beißen hinein.
Und dann kriegen Mutter oder Vater einen großen Schreck. Was sollten sie tun?
Das Kind hat aus dem GelKissen Tenside, das sind waschaktive Substanzen, aufgenommen. Diese Tenside sind kein Gift. Am besten ist es dann, den Mund des Kindes gründlich mit Wasser zu spülen.
Aber Mutter oder Vater werden in ihrer großen Sorge um das Kind das als Notfall ansehen und zu Ihnen rasen. Reagieren Sie ärgerlich, wenn Eltern mit ihren Kindern kommen, wenn es gar nicht nötig wäre?
Nein, natürlich nicht. Die Eltern machen sich Sorgen, das ist normal und gut so. Die Sorgen der Eltern nehmen wir immer ernst. Dabei geht es uns auch immer darum, die Eltern auf Gefahrenstellen – wie es zum Beispiel diese WC-Erfrischer sein können – aufmerksam zu machen.
Gibt es unter den Gefahrenstellen Klassiker, die immer wieder für Aufregung sorgen?
Die gibt es. Mutter oder Vater haben beim Kaffeetrinken und Erzählen dabei das kleine Kind auf dem Schoß. In einer unbeachteten Sekunde reißt das Kind die Tasse herunter und schüttet sich den heißen Kaffee über den ganzen Körper. Das kann gefährlich werden, weil so auf einen Schlag große Körperpartien verbrüht werden können.
Schlangenbisse, Giftpilze, Fahrradstürze – sicher haben Sie auch mit solchen Fällen regelmäßig zu tun.
Ja. Bisse von giftigen Kreuzottern kommen selten, aber immer wieder vor. Auch weil manche Kinder cool wie der Fernsehheld die Schlange packen und unschädlich machen wollen. Bei Pilzen ist immer Vorsicht geboten: Handelt es sich um einen giftigen, ungenießbaren oder essbaren Pilz, mit dem der Nachwuchs gerade hantiert oder in den er hineingebissen hat? Oder der Sturz mit dem Rad: Ist es ernst, muss das Kind brechen, weil es eine Gehirnerschütterung hat, oder hat es sich nur Kratzer zugezogen?
Dann stehen die Eltern vor schweren Entscheidungen, die sie schnell treffen müssen ...
... und wir sind gemeinsam mit unseren Kollegen aus der Kinderchirurgie immer für sie da, um ihnen zu helfen. Dabei sind wir eine von zwei Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern, die das Qualitätssiegel „Ausgezeichnet für Kinder PLUS“ haben, da wir kinderchirurgische Betreuung auch rund um die Uhr bieten können. Also sollten die Eltern auch im Zweifelsfall immer zu uns kommen.
Was sollten Eltern unbedingt im Hause haben zur Versorgung kleiner Notfälle?
Pflaster, Desinfektionsmittel – also so eine Art Jod-Nachfolger, der heutzutage nicht mehr brennt – und Fieberzäpfchen empfehlen wir.
Kleine Kinder können oft nicht genau sagen, was ihnen wehtut. Wie kommen Sie da zu einer Diagnose?
Eltern haben ein sehr gutes Gespür dafür, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt. Wenn eine Mutter oder ein Vater ihr eigenes Kind fast nicht wiedererkennen, dann klingeln für mich die Alarmglocken. Und wir als Fachleute können bei dieser Frage natürlich unsere Erfahrungen nutzen. Es ist die Mischung aus Wissen, Erfahrung und manchmal das Gespür zwischen den Fingern. Das heißt: Das richtige Gefühl spielt immer auch eine Rolle.
Man braucht also gute Antennen als Kinder- und Jugendarzt. Wie sind Sie überhaupt zu diesem Fachgebiet gekommen?
Es gibt ein Schlüsselerlebnis. Als Student stand ich irgendwann vor dem Brutkasten. Der Kontakt zur Frühchenmedizin hat mich so mitgerissen, dass es mich auf den Weg zu meinem Fachgebiet gebracht hat: Mein Wirkungsbereich reicht von 500 Gramm bis 18 Jahre, sage ich immer gern.
Und jetzt Vortrag und Fragestunde im Rahmen des Gesundheitsforums des Klinikums. Die Forum-Veranstaltungen ziehen immer viele Menschen an.
Unser Klinikum ist das größte Krankenhaus MecklenburgVorpommerns. Hier ist so viel fachliche Kompetenz versammelt, die wir auch über das Gesundheitsforum den Menschen in unserer Region weitergeben möchten.
Stand 04.09.2014 Quelle> NK140827