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Bei Schlaganfall ist Zeit Gehirn

Beim Schlaganfall kommt es auf Minuten an. „Zeit ist Gehirn“ sagt Oberarzt Dr. Torsten Rehfeldt. Er arbeitet in der Klinik für Neurologie am Dietrich-Bonhoeffer Klinikum und ist Experte für das Thema Schlaganfall. Beim Gesundheitstag der Selbsthilfekontaktstelle in Neubrandenburg hat er wie die anderen Referenten ehrenamtlich über das Thema informiert. Ingmar Nehls sprach mit ihm über die immer häufiger auftretende Krankheit.

Bei Schlaganfall ist Zeit Gehirn

Dr. Torsten Rehfeldt

Wie häufig tritt Schlaganfall auf?

Mittlerweile gibt es in Deutschland pro Jahr etwa 250 000 bis 300 000 Schlaganfälle.

Wie sieht es hier in der Region aus?

Wir beobachten in den letzten Jahren, dass die Schlaganfallzahlen von ursprünglich 600 Patienten, die wir pro Jahr in der Klinik behandelt haben, mittlerweile auf knapp 1000 Patienten gestiegen sind.

In welcher Personengruppe gibt es am häufigsten Schlaganfälle?

Am häufigsten betroffen sind ältere Patienten. Der Schlaganfall ist primär eine altersabhängige Erkrankung. Aber da auch viele jüngere Patienten Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit haben, treten auch in dieser Altersgruppe vermehrt Schlaganfälle auf.

Was sind denn die wesentlichen Risikofaktoren?

Neben dem Bluthochdruck und der Diabetes sind es vor allem das Übergewicht, der Bewegungsmangelund das Zigarettenrauchen, die hier eine entscheidende Rolle spielen.

Was kann man tun, um das Risiko zu senken?

Ganz entscheidend ist, dass jeder selber auf seine Lebensweise guckt und versucht, sich möglichst ausgewogen zu ernähren und wann immer möglich ausreichend Sport treibt. Hier empfehle ich Ausdauersport mit einer ganz geringen Belastung, regelmäßig vier Mal in der Woche eine Dreiviertelstunde. Das sind so einfache Dinge, die man selber tun kann.

An welchen Symptomen erkenne ich einen Schlaganfall?

Die klassischen Schlaganfallsymptome sind plötzlich und ohne Schmerzen auftretende halbseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen, Sprech- und Sprachstörungen. Oder dass man nicht mehr in der Lage ist, das gesprochene zu verstehen. Ganz häufig treten auch Sehstörungen auf, wie Gesichtsfeldausfälle oder auch Doppelbilder.

Wie gut sind die Leute auf der Straße über Symptome informiert?

Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung kann Schlaganfallsymptome, und zwar mehr als eins, nennen. Diese werden oft auch nicht als bedrohlich eingeschätzt und viele wissen auch nicht, wie sie im Fall eines Schlaganfallsymptoms handeln sollen.

Was sollte ich denn machen, wenn ich mir unsicher bin? Wen sollte ich verständigen?

In jedem Fall sollte man, wenn diese Symptome auftreten und auch egal wie lange schon, immer den Notarzt mit der 112 verständigen.

Welche Infos braucht der Arzt?

Ganz wichtig ist der Zeitpunkt, an dem diese Symptome begonnen haben. Ganz wichtig ist auch, welche Medikamente der Patient eingenommen hat, insbesondere ob er blutverdünnende Medikamente einnimmt. Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation sind entscheidend.

Stand 09.04.2014 Quelle: NK131028