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Station A11

| A11a - Herr Oberarzt Matthias Müller-Fritz | A11b - Frau Oberärztin Dr. med. Gertraude Weißheit

Die Stroke Unit ist eine Station, die darauf spezialisiert ist, Schlaganfallpatienten bestmöglich zu behandeln. Unter einem Schlaganfall versteht man eine plötzlich aufgetretene Durchblutungsstörung des Gehirns, einschließlich einer Hirnblutung.

Unsere Stroke Unit wurde bereits im Jahr 2004 aufgebaut und zuletzt 2016 als Regionale Stroke Unit nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. Für die Umsetzung des Stroke Unit–Konzeptes, welches die Akutbehandlung, Diagnostik und Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls, die Früherkennung und Behandlung von Komplikationen und die Frührehabilitation umfasst, steht ein qualifiziertes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern zu Verfügung. Die Station besteht aktuell aus 10 Monitorbetten unter der Leitung von Herrn Oberarzt Matthias Müller-Fritz (A11a), die jeweils über ein kontinuierliches kardiovaskuläres und ggf. ein zusätzliches neurologisches Monitoring verfügen. Ein Zentralmonitor ist vorhanden und dient einer größtmöglichen Sicherheit unserer Patienten. 16 Betten stehen für die Nachbetreuung und Weiterversorgung von Schlaganfallpatienten unter der Leitung von Frau Oberärztin Dr. Gertraude Weißheit (A11b) zur Verfügung.

Akutbehandlung heißt in diesem Zusammenhang einerseits, jene Patienten schnell zu identifizieren, bei denen die Möglichkeit besteht, ein verschlossenes Blutgefäß wieder zu eröffnen. Hierzu stehen folgende Möglichkeiten zur

  • durch intravenöse Gabe eines Medikaments zur Auflösung eines Blutgerinnsels (Thrombolyse) innerhalb von 4½ Stunden nach Symptombeginn
  • durch mechanische Entfernung eines Blutgerinnsels unter Zuhilfenahme spezieller Kathetersysteme (Thrombektomie) innerhalb von 8 Stunden nach Symptombeginn
  • teilweise werden Thrombolyse und Thrombektomie auch gemeinsam eingesetzt
  • bei hochgradigen, den Schlaganfall verursachenden Verengungen einer Schlagader die rasche Beseitigung der Enge durch eine Operation oder Einbringung einer Gefäßstütze (Stent)

Auch die Entfernung eines Teils des Schädelknochens bei zu Raumnot für lebenswichtige Hirnstrukturen führenden Schlaganfällen stellt im Einzelfall eine sinnvolle Maßnahme dar. Wichtige Kooperationspartner sind bei den genannten Behandlungsmöglichkeiten die Abteilung Neuroradiologie der Klinik für Radiologie, die Klinik für Neurochirurgie und die Abteilung Gefäßchirurgie der Klinik für Chirurgie.

Andererseits heißt Akutbehandlung des Schlaganfalls, die lebenswichtigen Funktionen wie Blutdrucksituation, Körpertemperatur und Höhe des Blutzuckerspiegels zu überwachen und optimal anzupassen, da diese großen Einfluss auf das Ausmaß der eventuell dauerhaft bestehen bleibenden Funktionseinschränkungen haben.

Weiterhin ist die Früherkennung und Behandlung von möglichen Komplikationen (Schlaganfallpatienten sind durch ein erhöhtes Risiko, weitere Schlaganfälle/Hirnblutungen, Beinvenenthrombosen, Lungenarterienembolien und Lungenentzündungen zu erleiden, gefährdet) bedeutsam.

Diagnostik und Sekundärprophylaxe bedeutet, die Ursache eines Schlaganfalls zu identifizieren (was bei etwa 80 % der Patienten gelingt), da auf die unterschiedlichen Schlaganfallursachen mit unterschiedlichen Medikamenten reagiert werden muss. Wir suchen gezielt nach Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhten Blutfettwerten, bestimmten Herzrhythmusstörungen, strukturellen Erkrankungen des Herzens, Verengungen der das Gehirn mit Blut versorgenden Arterien und beraten im Hinblick auf sogenannte Lifestyle-Faktoren (Rauchen, Bewegungsmangel, Ernährungsfehler).

Patienten mit schweren, lebensbedrohlichen neurologischen Erkrankungen werden hier ebenfalls behandelt. Beatmungspflichtige neurologische Intensivpatienten werden gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin auf der interdisziplinären Intensivtherapiestation des Hauses behandelt.

Stand 15.05.2018