Sections
Personal tools
start » or1 » Nachrichten » Ich hab Rücken“ ist oft mehr als ein witziger Spruch

Ich hab Rücken“ ist oft mehr als ein witziger Spruch

„Mir tut alles weh“, sagen Menschen mit verschlissenen Knochen und Gelenken. Wie kann ihnen geholfen werden? Was ist mit Kunstprothesen möglich? All das sind Fragen, auf die Betroffene beim Gesundheitsforum des Klinikums Antworten erhielten.

Ich hab Rücken“ ist oft mehr als ein witziger Spruch

In seinem Arbeitszimmer legte Dr. Klaus Stadtkus eine kleine Sammlung nicht mehr benötigter Gelenkprothesen zur Anschauung aus.

NEUBRANDENBURG. „Ich hab Rücken!“ ist eine Redewendung in aller Munde. Und zwar seitdem Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling diesen Spruch 2009 in der Filmkomödie „Isch kandidiere!“ unter die Leute brachte. Für viele Menschen – besonders ältere – ist der Satz aber nicht eine witzige Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“, sondern oft mühe- und schmerzvoller Alltag. Was also tun, wenn Knochen und Gelenke versagen? Eine Möglichkeit, sich Rat zu holen, bietet das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum am 19. Januar: Dann lädt die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ein zum nächsten Gesundheitsforum, das genau den oben genannten Titel trägt: „Was tun, wenn Knochen und Gelenke versagen?“

Dr. Dirk Ganzer, Chefarzt der Klinik, wird mit einem Team von Ärzten aus Altentreptow und Neubrandenburg dieses Forum bestreiten. Vorgesehen sind gleich mehrere Vorträge. Warum verschleißen Gelenke? Der künstliche Gelenkersatz – was ist heute möglich? Die schmerzhafte Schulter. Osteoporose – wenn die Knochen zu schnell brechen. Stürze vermeiden – gewusst wie. So lauten die Titel der einzelnen Beiträge, die kurz und bündig angelegt sind und ausreichend Zeit für Fragen lassen, erklärt Oberarzt Dr. Klaus Stadtkus, der zum Gelenkverschleiß spricht. Über diese Fragen wollen die Mediziner auch ins Gespräch kommen mit den Betroffenen. Und Stadtkus betont, dass das Gesundheitsforum wie immer keine Fachveranstaltung ist, sondern so gesprochen wird, dass „Otto Normalverbraucher“ alles versteht.

Wer also ist gern gesehen zum Forum? „Grundsätzlich alle Menschen mit Gelenkbeschwerden“, erklärt Klaus Stadtkus. Denn das Interesse für solche Veranstaltungen nahm stark zu, weil das Gesundheitsbewusstsein ein anderes ist als vor 20 oder 30 Jahren. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass heute viele ältere Menschen in Fitnessstudios gehen, um in Bewegung zu bleiben. Viele von ihnen wollen auch mit 70 Jahren reisen, möglichst ohne Schmerzen und Krückstock oder Rollator unterwegs sein, berichtet der Oberarzt und ergänzt: „Als ich Kind war, sah das oft anders aus. Ältere nahmen ihr Schicksal hin und zogen sich zurück.“

Falsche Vorstellungen sollen auch ein Thema des Forums sein. Zum Beispiel: Warum muss ein 90-Jähriger ein teures Kunstgelenk erhalten? „Wenn er fit ist und operationsfähig, warum sollen wir ihm dann nicht helfen, dass er seine andauernden Schmerzen verliert?“, erklärt Klaus Stadtkus. Ein weiteres Beispiel: Eine 80-Jährige kommt mit schmerzendem Hüftgelenk zum Arzt und regt an, den Knorpel wieder aufzubauen, weil sie von dieser Möglichkeit hörte. „Aber das Röntgenbild zeigt: Hilfe ist nur noch durch den Einsatz eines Kunstgelenks möglich. Dann wird Ärzten häufig nachgesagt, dass sie nur Geld verdienen wollen mit solchen Operationen“, schildert der Oberarzt einen weiteren Fall. Solche Vorstellungen kämen auch dadurch zustande, dass manche Medien ein falsches Bild von der Medizin und den Medizinern zeichnen würden.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit ihren Standorten in Neubrandenburg und Altentreptow gehört laut Nachrichtenmagazin Focus bundesweit derzeit zu den besten Einrichtungen ihrer Art. Es ist die größte Orthopädie in MecklenburgVorpommern. An ihr werden rund 2500 Operationen pro Jahr vorgenommen, bei rund 1000 davon werden künstliche Gelenke eingesetzt, berichtet Klaus Stadtkus. Der Umzug der Orthopädie aus der Pfaffenstraße in Neubrandenburg nach Altentreptow erfolgte im Jahr 2003.

Das Gesundheitsforum findet am Montag, dem 19. Januar, im Konferenzraum der Bethesda Klinik (Haus G) in Neubrandenburg, Salvador-Allende-Straße 32, statt. Es beginnt um 17 Uhr. Alle Interessierten sind vom Klinikum herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Stand 27.01.2015 Quelle: NK150117