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Sportlich aktiv mit der künstlichen Hüfte

Eine künstliche Hüfte bedeutet nicht den Verzicht auf körperliche Aktivität und Sport.

Sportlich aktiv mit der künstlichen Hüfte

Dr.Ganzer

ALTENTREPTOW. Sportliche Betätigung mit der Hüftendoprothese ist nichts, was ehemaligen Leistungssportlern wie Anita Marg vorenthalten bleiben sollte, betont Dr. Dirk Ganzer, der Chefarzt der Orthopädie in Altentreptow. Denn regelmäßige und bewusst betriebene sportliche Aktivität fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern sogar die Langlebigkeit der Implantate. „Eine aktive und sportliche Beanspruchung der Knochen und des operierten Hüftgelenks fördert die Mineralisierung des Knochens und wirkt so einem Knochenschwund am knöchernen Lager des Implantats entgegen“, erläutert der Orthopäde. Wichtig sei es, die körperliche Aktivität den individuellen Gegebenheiten anzupassen. Für Patienten, die bisher wenig – oder gar nicht – körperlich aktiv waren, bieten sich Ganzer zufolge Aktivitäten mit ruhigen und kontrollierten Bewegungen und ausgewogener Bewegungsdynamik, aber gleichzeitiger körperlicher Beanspruchung an. Schwimmen und Wassergymnastik sind anfangs besonders gut geeignet– vor allem auch für Übergewichtige. Sie sollten mindestens einmal wöchentlich 30 bis 60 Minuten trainieren.

Ausgesprochen günstig für Menschen mit einem künstlichen Hüftgelenk ist dem Orthopäden zufolge Nordic Walking. Voraussetzungen seien allerdings eine gute Ausrüstung und eine korrekt erlernte Technik. „Nordic Walking stärkt neben der Hüftgelenksmuskulatur auch die Durchblutung und das Herz-KreislaufSystem“, so Dr. Ganzer. Die Benutzung der Stöcke entlastet Hüft- und Kniegelenke deutlich. „Wer zweimal die Woche je eine Stunde Nordic Walking betreibt, kann die während der Arthroseerkrankung verloren gegangene Muskelkraft des Hüftgelenks und die allgemeine körperliche Kondition erheblich verbessern“, betont der Mediziner. Auch intensives Radfahren gehört zu den Sportarten, zu denen Orthopäden Hüftoperierten raten. Allerdings sollte das Fahrrad einen niedrigen Einstieg haben. Stürze müssen unbedingt vermieden werden.

Das gilt generell für die sportliche Betätigung nach einer Hüft-OP: Alpiner Skisport, Schlittschuhlaufen und Mannschaftssportarten wie Fuß- oder Handball sind daher für Menschen mit einer Hüftendoprothese tabu.

Wer vor der Operation bereits sportlich aktiv und ein geübter Läufer war, kann auch mit der künstlichen Hüfte wieder joggen. Dr. Ganzer warnt aber davor, zu früh wieder damit anzufangen. Wichtig seien gut gedämmtes Schuhwerk und federnder Untergrund – auf Straßenläufe sollte lieber verzichtet werden.

Kleine Klinik ganz groß
ALTENTREPTOW. Mit jährlich über 200.000 implantierten Endoprothesen ist das Hüftgelenk das am häufigsten künstlich ersetzte Gelenk des menschlichen Körpers. Zu den 20 deutschen Kliniken, die den entsprechenden Eingriff in „überdurchschnittlich guter Qualität“ erbringen, gehört auch die Orthopädie des Neubrandenburger DietrichBonhoeffer-Klinikums mit Sitz in Altentreptow. Zu diesem Ergebnis kam unlängst das Magazin „Stern“, das sich auf ein Ranking des AOK-Bundesverbandes bezog. In die Analyse aus Routinedaten von 24 Millionen AOK-Versicherten flossen diagnosebezogene Angaben über Eingriffe, Liegezeiten, Verlegungen und abgerechnete Krankenhausentgelte ebenso ein wie chirurgische Komplikationen, ungewollte Folgeeingriffe und die Sterblichkeitsrate. In Altentreptow werden jährlich zwischen 550 und 600 Hüftendoprothesen eingesetzt – so viele wie in keiner anderen Klinik in MecklenburgVorpommern. Der gute Ruf der Klinik reichtweit über die Region hinaus: Patienten müssen aktuell mit etwa zwei Monaten Wartezeit auf einen OP-Termin rechnen. Das Besondere an der Orthopädie in Altentreptow ist ihre hochgradige Spezialisierung. Während in anderen orthopädischen Klinikstationen meist Mischstationen sind, gibt es in Altentreptow eine reine EndoprothesenStation. Das hat zur Folge, dass sowohl Ärzte als auch Schwestern und Pfleger sich stark spezialisieren konnten – und oft schon an den Wunden oder Bewegungen des Patienten sehen, dass etwas nicht stimmt.
Stand 31.01.2013 Quelle: NK121123