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„Engel“ im hellgrünen Kittel auch mit Büchern im Gepäck

Seit zehn Jahren gibt es die Grünen Damen im Neubrandenburger Dietrich-BonhoefferKlinikum. Sie nehmen Neuankömmlingen die Angst. Oder sie kümmern sich um die richtige Lektüre, die ein bisschen auch beim Gesundwerden hilft.

„Engel“ im hellgrünen Kittel  auch mit Büchern im Gepäck

Ute Czoske (links) unterstützt als grüne Dame die Bibliothekarin Marion Stein, Monika Ahlgrimm und Elisabeth Sack übernehmen den Lotsendienst

Von Bärbel Gudat | Der voll beladene Bücherwagen wartet schon auf Ute Czoske. Aber für ein Schwätzchen mit Marion Stein bleibt noch Zeit. Die beiden Frauen verstehen sich gut. Sie kennen sich seit Jahren: Marion Stein, die Bibliothekarin im DietrichBonhoeffer-Klinikum, und die Ehrenamtlerin, Ute Czoske. Seit neun Jahren gehört die Neubrandenburgerin zu den Grünen Damen. Benannt wurden die nach ihren hellgrünen Kitteln. Daran sind sie auch für die Patienten erkennbar.

Vor zehn Jahren begannen Grüne Damen in Neubrandenburg ihre ehrenamtliche Arbeit. Heute sind zehn Frauen dabei. Sie helfen wie Monika Ahlgrimm oder Elisabeth Sack als Lotsen bei den Annahmeformalitäten. Wer möchte, wird zur Station gebracht. Grüne Damen übernehmen aber auch Besuchsdienste bei Kranken. So hat Ute Czoske vor neun Jahren angefangen. Sie hatte die Zeit und wollte helfen. Dabei ist es geblieben. Aber die Aufgabe hat gewechselt. Die Neubrandenburgerin unterstützt jetzt die Bibliothkarin. „Ich lese sehr gern und Frau Stein hat Hilfe gesucht.“ Vier Mal im Jahr gehen sie auch gemeinsam Bücher kaufen. Da kommen Bestseller genauso in die Kiste wie ein Geheimtipp von Bibliotheksnutzern.

An diesem Tag rollt Ute Czoske ihren Bücherkarren auf die beiden chirurgischen Stationen. Ein bisschen Übung gehört schon dazu, das voll beladene Gerät in den Fahrstuhl zu bugsieren. „Ich melde mich zuallererst immer auf der Station an.“ Es könne ja auch sein, dass der Besuch nicht passt. Wo sie die zurückgegebenen Bücher findet, weiß Ute Czoske genau. Denn die Patienten können die ausgeliehenen Bücher einfach bei den Schwestern abgeben. Das klappe sehr gut, versichert die Grünen Dame. Manchmal komme es zwar schon vor, dass in der Hektik ein Bibliotheksbuch mit eingepackt wird. „Bei besonderen Exemplaren fordern wir sie schon zurück.“ Schnell sind die notwendigen Karten den jeweiligen Büchern zugeordnet. Sie verschwinden auf dem Bücherkarren.

Der hat eine ganz bestimmte Ordnung: Auf der einen Seite finde sich das „Plätscherwasser“ für die Frauen. Auf der anderen mehr Abenteuer und Krimis. Es gibt aber auch viele Bildbände und Sachbücher in der Mini-Bibliothek.

Auch manch lesebegeisterte Krankenschwester kann sich dank Ute Czoske den Weg zu Bibliothek sparen. Entweder bringt sie Gewünschtes mit oder es ist auch schnell ein Buch getauscht. Anschließend geht es von Zimmer zu Zimmer. Nach dem Klopfen kommt die Vorstellung und das Angebot. Auch Zeitschriften sind darunter. Die sind an diesem Vormittag am gefragtesten.

Einige Patienten haben keine Ausdauer für Bücher, viele haben selbst welche mitgebracht. Wenn sie Interesse bei einem Patienten verspürt, fragt sie nach, berät auch. Ansonsten zieht sie sich mit einem freundlichen „Alles Gute“ zurück. Bis zum nächsten Besuch mit dem Bücherkarren auf der Station

FOTOS: BÄRBEL GUDAT

Stand 16.10.2013 Quelle: NK131007