Sections
Personal tools
start » psy » Nachrichten » Stetes Training der geistigen Fitness

Stetes Training der geistigen Fitness

Zum Demenztag des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg kamen über 100 Interessierte. Paulina Jasmer sprach mit Dr. Rainer Kirchhefer, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, über Krankheitsbild, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Stetes Training der geistigen Fitness

Dr.Kirchhefer

Was ist Demenz? Was passiert da mit den Betroffenen?
Demenz ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Beeinträchtigung vor allem vonGedächtnisund Orientierung und eine Abnahme der intellektuellen Leistungsfähigkeit. Im Verlauf der Erkrankung kommt es nicht selten auch zu einer Veränderung der Persönlichkeit. Es gibt verschiedene Demenzarten. Am häufigsten ist die Demenz vom Alzheimer-Typ.
Worin liegen die Ursachen?
Allen Demenzen gemeinsam ist eine Schädigung beziehungsweise ein Funktionsverlust von Nervenzellen im Gehirn. Die Ursache dafür und die genaue Lokalisation der Schädigung ist abhängig von der Demenzart unterschiedlich. Bei der Alzheimer-Demenz werden beispielsweise Eiweißkörper gebildet, die sich auf die Verbindungen der Nervenzellen ablagern und diese damit schädigen. In jedem Fall ist eine sorgfältige Diagnostik von Gedächtnisstörungen erforderlich. Dadurch lässt sich die Art der Demenz bestimmen. Bei solchen Untersuchungen stellt sich manchmal heraus, dass die Ursache für die Gedächtnisstörung eine Depression ist und gar keine Demenz.
Was kann man gegen diese Krankheit unternehmen?
Grundsätzlich ist eine Demenz eine Krankheit, die behandelbar ist – wenn auch meistens (noch) nicht heilbar. Bei der Alzheimer-Demenz, aber auch der Demenz bei Parkinson gibt es Medikamente, die den Krankheitsprozess zumindest verzögern können. Häufig sind auch andere Therapien wie Ergotherapie und Logopädie hilfreich. Wichtig ist ein stetes Training der körperlichen und geistigen Fitness. Gerade in der Frühphase treten nicht selten auch Depressionen auf, die dann behandelt werden sollten. Auch die Angehörigen benötigen Beratung und Unterstützung.
Ist Demenz auf dem „Vormarsch“?
Das Risiko einer Demenz nimmt mit dem Lebensalter zu – unter den 70-bis 74-jährigen sind etwa drei Prozent betroffen, beiden über 90-Jährigen mehr als 30 Prozent. Das führt dazu, dass allein bedingt durch den demographischen Wandel immer mehr Menschen an Demenz erkranken. Eine Untersuchung der Universität Greifswald zeigt, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Demenzkranken von 2005 bis 2020 um etwa 90 Prozent steigen wird, allein in der Stadt Neubrandenburg wird eine Zunahme um 140 Prozent erwarte.
Stand 02.10.2012 Quelle: NK120919