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Viel Licht soll der Seele in der neuen Klinik gut tun

Ein neues Haus mit großen, freundlichen Räumen etwas Schöneres können sich Ärzte und Schwestern der Psychiatrie und Psychotherapie kaum wünschen. Manch einer nimmt aber schweren Herzens Abschied von der Külzstraße.

Viel Licht soll der Seele in der neuen Klinik gut tun

Stationsschwester Claudia Kleinikel packt in der Külzstraße Material der Gerontopsychiatrischen Station zusammen. Die Patienten sind bereits umgezogen.

NEUBRANDENBURG. Ergometer und Laufband stehen bereit. Der Boxsack hängt vorm Fenster, die Matten stapeln sich an der Wand. Wenn’s nach Dietlinde Bachmann geht, kann’s losgehen im neuen Sportraum – und das tut es auch. Dieser Tage zieht die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Bonhoeffer-Klinikums von der Külzstraße in die Neubrandenburger Oststadt um und dockt damit sozusagen ans Mutterschiff an. Doch die Besatzung hat dafür gesorgt, dass die Patienten trotzdem alle nötigen Therapien bekommen – im einen oder im anderen Haus. Heute sollen die letzten Umzugskartons im neuen „Zentrum für seelische Gesundheit“ ankommen.

Nach 21 Jahren in der Külzstraße fällt manchem Mitarbeiter der Klinik der Abschied schon schwer. „Ich kann das auch verstehen“, sagt Christine Heidemann, Pflegedienstleiterin für die Psychiatrie. „Klein und separat, das war auch schön. Hier sind wir Teil des Großen, aber es ist viel schöner“, betont sie und verweist auf großzügige Patientenzimmer und Gemeinschafts räume, Therapieräume und den Innenhof.

Da kann Chefarzt Rainer Kirchhefer nur zustimmen. Größter Vorteil im neuen Haus an der Allendestraße sei „mehr Platz für Patienten, auch in den Nebenräumen, und viel Licht. Das ist was ganz Wichtiges, gerade auch für psychisch kranke Menschen“, sagt er. Jetzt hätten die Patienten auch kürzere Wege zu Untersuchungen in anderen Abteilungen.

Fast raumhohe Fenster sorgen in den Räumen für viel Tageslicht. Auch im neuen Sportraum. Dietlinde Bachmann wird hier wie schon in der Külzstraße alle Hände voll zu tun haben. Die bis zu 80 Patienten auf den Stationen und bis zu 25 in der Tagesklinik bekommen es alle mit ihr zu tun – wenn sie nicht gerade bettlägerig sind. Sport sei ganz wichtiger Bestandteil der Therapien, sagt Christine Heidemann. „Erst wollen viele Patienten nicht so richtig, aber hinterher fühlen sie sich viel besser“, bekräftigt Dietlinde Bachmann, die täglich 30 bis 50 Patienten in Bewegung bringt.

Zwar liegt der Schwerpunkt bei Psychiatrie und Psychotherapie nicht auf medizinischen Geräten, und die Patientenzimmer sind mit neuen Betten, Tischen und Schränken ausgestattet worden. Trotzdem rollten in den vergangenen Tagen unaufhörlich Umzugswagen zwischen Külz- und Allendestraße hin und her, wurde eifrig ein- und ausgepackt. „Da müssen wir dem gesamten Personal Dank sagen. Alle sind sehr einsatzbereit“, sagt Christine Heidemann.

Das neue Zentrum ist in fünf Bereiche aufgeteilt. Neben der Gerontopsychiatrischen Station für ältere Patienten und der PsychoseStation gibt es eine Tagesklinik, eine Suchtstation und eine Station für Psychotherapie/ Psychosomatik.

Anke Brauns, Nordkurier

Stand 20.11.2014 Quelle: NK141112