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Frauen über 50 zum Check eingeladen

Das Mammographie-Screening als Programm zur Früherkennung von Brustkrebs wurde 2002 vom Bundestag beschlossen. Während im Land Brandenburg noch die Vorbereitungen dazu laufen, starten in Neubrandenburg im Dezember die Untersuchungen. Mit der Programmverantwortlichen für die Region, Dr. Sabine Balschat, Leitende Oberärztin der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, sprach Cornelia Langbecker.

Frauen über 50 zum Check eingeladen

Edeltraud Möller, mediziisch-technische Röntgenassistentin im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, bereitet eine Mammographie vor

Warum ist die Brustkrebsvorsorgeuntersuchung, das so genannte Mammographie-Screening, so wichtig?

Die Screening-Mammographie kann das Entstehen von Brustkrebs nicht verhindern, aber sie kann die Erkrankung in einem frühen Stadium entdecken. Während bei einem Tumor, der einen Zentimeter oder kleiner ist, die Heilungschancen etwa 90 Prozent betragen, können Tumore, die zwei Zentimeter und größer sind, nur in weniger als 60 Prozent der Fälle vollständig geheilt werden. Einen ein Zentimeter großen Tumor kann man in der Regel nicht tasten, deshalb ist die Brustkrebsvorsorge Mammographie so wichtig. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 47 500 Frauen neu an Brustkrebs. Im Jahr 2003 verstarben 17 173 Frauen daran.

Was geschieht bei der Mammographie?

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Jede Brust wird dabei zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und kurzzeitig zusammengedrückt, nur so können gut beurteilbare Bilder mit der geringst möglichen Strahlenbelastung erzeugt werden. Dieser Druck kann zwar unangenehm werden, verursacht aber nur ganz selten Schmerzen.

Ist die Röntgenstrahlung bei regelmäßiger Mammographie nicht gefährlich?

Wie jede Röntgenuntersuchung bringt auch die Mammographie eine Strahlenbelastung mit sich. Sie ist aber sehr gering und beträgt etwa zehn Prozent der jährlichen Strahlung, der jeder Mensch in Deutschland in seinem Alltag ausgesetzt ist. Die Gefahr, durch die Mammographie Krebs hervorzurufen, ist geringer als das Risiko, einen Tumor möglicherweise nicht oder gar zu spät zu entdecken. Mit zunehmendem Alter nimmt zudem auch die Strahlenempfindlichkeit ab.

Welchen Frauen wird die Reihenuntersuchung angeboten?

Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung. In diesem Alter ist die Häufigkeit der Erkrankungen besonders groß.

Bisher konnten Frauen zur Mammographie verschiedene Praxen aufsuchen. Die Brustkrebsvorsorge aber soll nur an bestimmten Standorten möglich sein. Warum?

Es ist richtig, dass bisher in vielen radiologischen Praxen Mammographien erstellt wurden. Das wird auch weiterhin so sein. Frauen, die einen auffälligen Tastbefund bemerken, die bereits an Brustkrebs erkrankt sind oder die ein hohes familiäres Brustkrebsrisiko aufweisen, werden weiterhin in diese radiologischen Praxen gehen.

Das Mammographie-Screening richtet sich aber an gesunde Frauen. Deshalb sind besonders hohe Qualitätsanforderungen nachzuweisen. Das betrifft sowohl die technische Ausstattung – in Mecklenburg-Vorpommern wird das Mammographie-Screening mit digitaler Technik durchgeführt – als auch die Ausbildung des Personals. Eine Besonderheit des Screenings ist die Doppelbefundung der Aufnahmen durch zwei erfahrene Ärzte; weichen die Befunde der beiden Ärzte voneinander ab, beurteilt sie ein weiterer. An der Befundung beteiligen sich auch erfahrene Ärztinnen aus radiologischen Praxen der Stadt.

Wo ist die Screening-Mammographie nun möglich? In Mecklenburg-Vorpommern sind vier Screening-Einheiten entstanden oder im Entstehen. Zu jeder dieser Einheiten gehören eine oder mehrere Einrichtungen, in denen mammographiert wird, und ein Zentrum zur Abklärungsdiagnostik. Die Screening-Einheit Greifswald mit Einrichtungen auch in Demmin, Pasewalk und Stralsund nahm ihre Arbeit bereits im Mai auf. In der Region Neubrandenburg/Waren werden wir im Dezember starten. Je nach Wohnort können Frauen zur Untersuchung zu uns ans Dietrich-Bonhoeffer Klinikum oder ins Müritz-Klinikum Waren gehen. Screening-Einheiten entstehen auch für die Regionen Schwerin und Rostock.

Wer bezahlt den Check?

Die Krankenkassen. Deshalb zur Untersuchung bitte die Chipkarte mitbringen. Eine Praxisgebühr wird nicht erhoben.

Kann ich den Termin selbst vereinbaren?

Natürlich kann eine Terminänderung erfolgen. Ansprechpartner dafür ist die Zentrale Einladungsstelle in Schwerin, Telefon 0385 7440-185 oder -186.

Muss jede Frau der Einladung folgen?

Nein, die Untersuchung ist freiwillig.

Erhält mein Gynäkologe das Untersuchungsergebnis?

Das Untersuchungsergebnis wird jeder Frau per Brief in der Regel innerhalb von sieben Werktagen übermittelt. Ob auch ihr Hausarzt oder Gynäkologe benachrichtigt werden soll, entscheidet sie selbst. Sollte eine Auffälligkeit vorliegen, erhält die Frau einen Termin zur Abklärungsdiagnostik.

Wird die Tastuntersuchung der Brust durch die regelmäßige Mammographie-Untersuchung überflüssig?

Nein. Natürlich sollte jede Frau regelmäßig ihre Brust abtasten, um Veränderungen an Haut und Brustwarze sowie tastbare Knoten zu entdecken. Jede Frau hat im Rahmen der Früherkennung von Krebserkrankungen ab einem Alter von 30 Jahren auch einen Anspruch auf eine ärztliche Tastuntersuchung der Brust durch den Frauenarzt.

Weitere Informationen gibt es während einer Veranstaltung am 13. November um 18 Uhr in der Bethesda-Klinik am Klinikum Neubrandenburg.

"www.ein-teil-von-mir.de":http://www.ein-teil-von-mir.de/

Stand 06.03.2009 (Quelle/Nordkurier: 16.10.2006)