Sections
Personal tools
start » rad » Nachrichten » Hier schweben sechs Tonnen Spitzentechnik vom Himmel

Hier schweben sechs Tonnen Spitzentechnik vom Himmel

Die Radiologie des Klinikums schafft sich eine neue, teure Super- „Röhre“ an. Was hat der Patient davon – zum Beispiel, dass der Durchmesser der Öffnung zehn Zentimeter größer ist als beim Vorgänger? Und der Magnet viel stärker?

Hier schweben sechs Tonnen Spitzentechnik vom Himmel

Sechs Tonnen Hightech, direkt angeliefert vom Hersteller in Eindhoven (Niederlande), schweben ein. Die Chefärztin der Radiologie, Dr. Sabine Balschat (unter dem Durchgang), will diesen historischen Moment hautnah erleben.

NEUBRANDENBURG. Wenn sechs Tonnen Hochtechnologie über dem Neubrandenburger Dietrich-BonhoefferKlinikum schweben, sorgt das auf jeden Fall für Aufsehen: Am Dienstag erhielt die Radiologie ihren neuen „MRT 3 Tesla“ (MRT = Magnetresonanztomographen). Direkt vom Hersteller Philips im holländischen Eindhoven angeliefert, wurde das Spitzengerät per Kran vom Lkw über einen Durchgang hinweg vor der Klinik auf den Boden gehievt. Auch Klinikchefin Dr. Sabine Balschat und der Leitende Oberarzt Dr. SaschaAlexander Pietruschka ließen sich das einmalige Spektakel nicht entgehen.

Warum einmalig? Was bedeutet 3 Tesla? Und was haben die Patienten davon? „Damit steht zum ersten Mal so ein modernes Gerät mit dieser Leistungskraft in einem Krankenhaus außerhalb der Universitätskliniken den Patienten in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung“, erklärt Sabine Balschat. Tesla ist – physikalisch gesehen – die Einheit für die magnetische Flussdichte, erläutert Sascha-Alexander Pietruschka und ergänzt: „Mit 3 Tesla hat unser neuer MRT einen besonders starken Magneten, außerdem verfügt das Gerät über ein vollständig digitales Datenverarbeitungssystem.“ Das ermöglicht exzellente Bildschärfe und höchste diagnostische Qualität, kommt der Oberarzt fast ins Schwärmen. „Diese Vorteile sind die Grundlage für Fortschritte vor allem in der Diagnostik von Hirn-, Herz-, Gelenk- und Bauchraumerkrankungen in unserem Krankenhaus.“.

Außerdem biete die „Röhre“ viel mehr Komfort: Sie habe einen Durchmesser von 70 Zentimetern – beim bisherigen Modell waren es nur 60. Das sei gerade für Patienten mit Platzangst oder solche mit etwas mehr Gewicht sehr angenehm.

Beim „Einschweben“ des MRT am Dienstag handelte es sich zweifellos um ein spektakuläres Ereignis. „Aber insgesamt war es nur ein Meilenstein von vielen. Denn wir bauen eine komplett neue Radiologie“, berichtet SaschaAlexander Pietruschka. Eine Besonderheit ist, dass dies in einem Gebäude erfolgt, das schon vor Jahrzehnten errichtet wurde – und nicht auf der „grünen Wiese“, sagt der Oberarzt, der sich nebenbei beratend auch um Belange des Um- und Neubaus kümmert.

Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, so lautet die präzise Bezeichnung zieht um vom Haus R ins Haus B. Das ist das markante Hochhaus inmitten des Komplexes des Klinikums. Die Radiologie erhält damit einen zentralen Standort, besser und schneller erreichbar von den Abteilungen des Hauses. „Bei der Vorbereitung des Umzuges war und ist unheimlich viel zu tun. Denn das Gebäude aus den 1970er-Jahren wurde für einen anderen Nutzungszweck errichtet“, erklärt SaschaAlexander Pietruschka. So mussten zum Beispiel Erfordernisse des Strahlenschutzes neu beachtet werden.

Bis zum Juli werden für die neue Radiologie nicht nur weitere neue Spitzengeräte und Tonnen von Baumaterialien, sondern sicher auch Nerven ohne Ende verbraucht. Aber dann: „Im Sommer sind wir die modernste Radiologie im Norden Deutschlands“, freut sich Sascha-Alexander Pietruschka schon jetzt. Davon kann sich am 4. Juli beim geplanten Tag der offenen Tür jeder Interessierte überzeugen. Der Termin steht bereits fest, schon allein deswegen darf beim Bau der neuen Radiologie nichts schiefgehen.

Stand 06.03.2015 Quelle: NK150304