Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
start » rad » Nachrichten » Neue Methode: Gerinnsel im Gehirn wird abgesaugt

Neue Methode: Gerinnsel im Gehirn wird abgesaugt

Eine neue Methode zur akuten Schlaganfalltherapie hat jetzt das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg eingeführt.

NEUBRANDENBURG (ASE). Eine neue Methode zur akuten Schlaganfalltherapie hat jetzt das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg eingeführt. Es wird das System Penumbra in der Neuroradiologie bei der Akuttherapie von Hirninfarkten angewandt, wie Oberarzt Dr. Steffen Reißberg sagt.

Bei dem System handelt es sich vereinfacht um ein Absaugsystem mit einer Pumpe, die mit einem Vakuum arbeitet. „Über einen Katheter wird das Gerinnsel aus dem Blutgefäß im Gehirn sozusagen abgesaugt“, verdeutlicht der Fachmann die Wirkungsweise. „So wie der Teppich mit dem Staubsauger gereinigt wird, befreien wir mit Penumbra das Gefäß vom Gerinnsel.“ Die Methode werde hauptsächlich bei zentralen Gefäßverschlüssen angewandt, dort wo Medikamente zum Auflösen der Gerinnsel erfahrungsgemäß nur unzureichend wirksam sind. Um die Kompetenzen zu bündeln, arbeiten die Neuroradiologen eng mit den Neurologen der Schlaganfall-Station (Stroke Unit) zusammen.

Ein Allheilmittel ist Penumbra jedoch nicht. „Für uns ist es ein weiterer Baustein neben den bisherigen Behandlungsmethoden, die Gesamttherapie eines Schlaganfallpatienten zu verbessern“, so der Mediziner. Mit dem neuen System sei ein schneller Eingriff möglich, jedoch verweist Steffen Reißberg in diesem Zusammenhang noch einmal auf die alles entscheidenden ersten Stunden nach dem Schlaganfall und appelliert noch einmal, sich bei Symptomen wie halbseitiger Lähmung, Gefühls-, Sprach- oder Sehstörungen so schnell wie möglich in Behandlung zu begeben. Im Bonhoeffer-Klinikum gibt es seit 2004 eine „Stroke Unit“ – eine spezialisierte Schlaganfallstation, die seit 2007 nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert ist. Den Medizinern ist es ein großes Anliegen, regelmäßig über neueste Entwicklungen, aber auch über präventive Maßnahmen gegen einen Schlaganfall zu informieren.

Stand 05.08.2009 Quelle: NK090805