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Die Prostata kann gefährlich werden

Sie macht als Krebsverursacher „Karriere“ und hat mittlerweile die Lunge überholt: die Vorsteherdrüse. Früherkennung und Vorsorge sind schwer. Darum gibt der Chefurologe beim Gesundheitsforum Rat – für manchen Mann überlebenswichtig.

Die Prostata kann gefährlich werden

Auf deutsch heißt die Prostata Vorsteherdrüse. Sie befindet sich unmittelbar neben der Blase, wie Dr. Patrick Ziem hier an der Schnittzeichnung, die in der Klinik hängt, zeigt.

NEUBRANDENBURG. Es ist nicht nur lästig, es ist gefährlich: Der 45, 50 oder 60 Jahre alte Mann muss immer öfter auf die Toilette, weil ihn die Blase drückt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Prostata vergrößert ist und auf die Blase drückt. „Der Harndrang ist sicher unangenehm. Aber man muss dabei immer im Hinterkopf haben, dass Prostatakrebs mittlerweile die häufigste Krebserkrankung beim Mann ist“, warnt Dr. Patrick Ziem, Chefarzt der Klinik für Urologie des Neubrandenburger Klinikums. Früherkennung, Vorsorge und Behandlung dieser Krankheit sind nicht so ganz einfach. Darum lädt er Interessierte, die sich informieren wollen, ein zum 5. Gesundheitsforum des Klinikums am 2. Juni.

Die Prostata ist eine Drüse im Unterleib des Mannes. Auf deutsch wird sie Vorsteherdrüse genannt. „Viele Männer merken erst mit 45, 50 oder 60 Jahren, dass sie überhaupt eine Prostata haben – weil dann Beschwerden einsetzen. Und sie mit dieser Drüse dann nur Unangenehmes verbinden“, erklärt Patrick Ziem. Darum gab er dem Gesundheitsforum den Titel „Die Prostata – das ungeliebte Organ.“ Aber: Wenn diese Drüse nicht funktionieren würde, wäre eine Vaterschaft deutlich erschwert. Denn die Prostata macht die Spermien überhaupt erst einmal transportfähig, erklärt Patrick Ziem.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Lungenkrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann. In den 70er- und 80er-Jahren wurde viel mehr geraucht als heute, Rauchen wurde als ganz normale Erscheinung gesehen. Man denke nur an Filme aus dieser Zeit, ständig pafften sich die Schauspieler über die Leinwand, schildert Patrick Ziem das.

Hinzu kommt, dass die Prostata-Diagnostik heute viel besser ist. Ebenso das Bewusstsein dem eigenen Körper gegenüber. Aber in Mecklenburg trifft er oft auch noch folgende Einstellung an: ,Was von allein kommt, geht auch von allein.‘, berichtet der Chefarzt über seine Erfahrungen. Aber ist Panik besser, wenn dem Mann immer häufiger die Blase drückt? „Nein, zumal zunehmender Harndrang ein Alarmsignal sein kann, aber nicht muss“, erklärt Patrick Ziem.

Für die Diagnose spielt der PSA-Wert (Prostata Spezifisches Antigen) bei vielen Urologen eine wichtige Rolle, wenngleich ihr Wert umstritten ist, legt Patrick Ziem dar. Dieser Wert ist nicht krebsspezifisch, aber er zeigt Veränderungen in der Prostata an und gibt Anlass zu genaueren Untersuchungen, ergänzt er und fasst zusammen: „Ein ganz klassisches Symptom für Prostatakrebs gibt es nicht. Aber einen Risikofaktor: das Alter.“ Darum empfiehlt er den regelmäßigen Besuch beim Urologen. Für Männer, bei denen es Prostatakrebs bereits in der Familie gab, ab 40, für die anderen ab 45, sind seine Richtwerte. „Zumal wir uns ja um die Gesundheit im gesamten Unterleib kümmern“, stellt Patrick Ziem klar.

Das 5. Gesundheitsforum des Dietrich -Bonhoeffer-Klinikums beginnt am Montag, dem 2. Juni, um 17 Uhr im Konferenzraum der Bethesda Klinik in der Salvador-AllendeStraße 32. Dazu sind nicht nur Männer eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Stand 04.06.2014 Quelle: NK140530