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Weiterbildung

Weiterbildungscurriculum für die Klinik für Urologie des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg

Erstes Ausbildungsjahr:
Im ersten Ausbildungsjahr werden die basischirurgischen Eingriffe vermittelt. Darunter fällt insbesondere die Genitalchirurgie wie Zirkumzision, Hydrozelen, Funikulozelen, Epididymektomien und bei entsprechender Eignung auch schon inguinale Orchiektomie bei z. B. Hodentumoren. Weiter werden die Ausbildungsassistenten in die Indikationsstellung bezüglich des spezifischen urologischen Röntgens, der Urosonografie unterrichtet. Zusätzlich sollte der Auszubildende nach einem Jahr fähig sein, Prostatabiopsien unter Anleitung durchzuführen. Der Notfall des Harnverhaltes sollte durch den Ausbildungsassistenten nach einem Jahr beherrschbar sein, darunter fällt sowohl die Anlage eines suprapubischen Katheters als auch das klassische transurethrale Katheterisieren.
Zweites Ausbildungsjahr:
Hierunter fällt die Durchführung der Stoßwellenbehandlungen sowohl sonografisch als auch röntgenologisch gesteuert, ebenfalls unter entsprechender Anleitung. Ableitung der Harnstauungsnieren mittels Harnleiterschienen. Weiter werden urodynamische Untersuchungen vermittelt, offene Adenomektomien werden zumindest in der ersten Assistenz, ggf. auch schon bei entsprechender Eignung durch den Auszubildenden durchgeführt.
Drittes Ausbildungsjahr:
Die Befundung retrograder und zystoskopischer Darstellungen sollte durch den Auszubildenden beherrscht werden. Es werden Erstassistenzen in der Prostatektomie als auch in der Nephrektomie sowie in der Zystektomie vermittelt. Bei entsprechender Eignung werden auch Nierenbeckenplastiken als einfache, nicht tumorbedingte Nephrektomien durch den Auszubildenden mit entsprechender Assistenz durchgeführt.
Viertes Ausbildungsjahr:
In diesem Jahr werden auch die Grundkenntnisse der minimal-invasiven Chirurgie vermittelt. Hauptaugenmerk bleibt aber auch in diesem Jahr die offene Chirurgie, um bei weiterer klinischer Karriere des Auszubildenden das operative Rüstzeug in der Notfallversorgung bei z. B. Nierentrauma zu gewährleisten.
Fünftes Ausbildungsjahr:
Nephrektomien und ggf. bei entsprechender Eignung auch radikale Prostatektomien in retropubischer Technik sollten unter entsprechender Assistenz durch den Auszubildenden durchgeführt werden. Kleinere transurethrale Prostataresektionen in TURis- oder klassischer TUR-Technik sowie Harnblasentumore sollten auch durch den Auszubildenden beherrscht werden. Die Assistenz in laparoskopischer minimal-invasiver Chirurgie mit entsprechender Kameraführung sind auch Ziel im fünften Ausbildungsjahr.
Dieses erstreckt sich rückwirkend über das 2., 3., 4. und 5. Jahr:
Es sollte am Ende der klinischen Facharztausbildung auch das Notfallmanagement bezüglich nicht-transurethral ableitender Harnstauungen wie Nephrostomien durchführbar sein, auch die Ureterorenoskopie sollte in entsprechender Konstellation durch den Auszubildenden beherrscht werden.
Bemerkung:
Bis auf die radikale Prostatektomie beim Prostatakarzinom sind die weiteren radikal-onkologischen Eingriffe insbesondere Tumornephrektomie oder auch Zystektomie nach erfolgreicher Facharztausbildung zu erlernen.

Jährliche Mitarbeitergespräche, welche Weiterbildung und Personalentwicklung mit einbeziehen, geben qualifiziertes Feedback über die entsprechende Weiterbildungsqualität in der urologischen Klinik wieder. Diese Weiterbildungsgespräche werden durch den Chefarzt persönlich durchgeführt. Die Weiterbildung insgesamt wird durch den Chefarzt und den Leitenden Oberarzt sowie zwei erfahrene weitere Oberärzte gewährleistet.

Als Zusatzqualifikation liegt die fakultative „Spezielle urologische Chirurgie“ vor. Weiter besteht persönliche Weiterbildung aktuell von sechs Monaten in der „Medikamentösen Tumortherapie“ seitens des Chefarztes. Die Ultraschalldiagnostik ist sowohl durch entsprechende DEGUM-Zertifikate als auch durch die Klinik für Radiologie mit abgesichert. Ebenso die Fachkunde „Urologisches Röntgen“, die durch den Erwerb der Sachkunde in Konsens mit der Radiologie zum Facharzt erworben werden kann.

Die für den Facharzt notwendigen Laborkenntnisse werden durch Erlangung von Zeugnissen durch das Institut für Laboruntersuchung und Labormedizin, Professor Dr. med. Werle gewährleistet. Auf Wunsch kann der Auszubildende auch durch aktive Teilnahme an klinischen Studien wissenschaftlich tätig werden. Die Teilnahme an Kongressen mit ggf. auch Halten von fachspezifischen Vorträgen wird seitens des Chefarztes unterstützt und von diesem auch gewünscht.

Die Durchführung bzw. das Erstellen von mindestens fünf Gutachten wird durch die Klinik gewährleistet.

Stand 24.04.2014