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E-Mail Disclaimer - überflüssig

Disclaimer (im Internet für „Haftungsausschluss“) rechtlich kaum relevant – sinnvoller: achtsames Versenden von Informationen.

Ganz gleich, ob vom Sender bewusst oder vom E-Mail-Server automatisch vor Versand einer E-Mail angehängt – ein sog. Disclaimer im Anschluss an eine E-Mail ist in deutschen Landen schlichtweg überflüssig. (s.a. heise.de) Wirklich sinnvoll ist die E-Mail-Verschlüsselung bzw. ein achtsamer Umgang mit sensiblen Informationen.

Ein Beispiel für einen typischen Disclaimer. „Diese E-Mail kann vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen enthalten. Wenn Sie nicht der beabsichtigte Empfänger sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender telefonisch oder per E-Mail und löschen Sei diese E-Mail aus Ihrem System. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail ist nicht gestattet.“

Bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, weshalb dieser Nachtrag an eine E-Mail sinnlos ist: So hat der E-Mail-Empfänger die Mail bereits gelesen, wenn er den Disclaimer entdeckt. Und es ist schwer zu entscheiden, ob die Mail „vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen“ enthält. Weiterhin kann das Löschen von E-Mails im kaufmännischen Verkehr sogar gesetzeswidrig sein. Denn laut Handelsgesetzbuch müssen geschäftliche Mails über einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt werden. Hat der falsche Empfänger eine automatische E-Mail-Archivierung im Einsatz – und dies ist ja eigentlich für alle Unternehmen in Deutschland schon seit einiger Zeit Pflicht – kann er die vertraulichen Informationen u.U. auch gar nicht löschen, sondern wird diese zwangsweise für 10 Jahre aufbewahren.

Einzig der Hinweis auf das unbefugte Weiterleiten von fälschlicherweise erhaltenen Informationen kann sinnvoll sein. Aber auch nur, wenn Sender und Empfänger in einer Geschäftsbeziehung stehen. Denn dann gelten vertragliche Rücksichtnahmepflichten. Diese gelten aber immer – unabhängig davon, ob ein Disclaimer anhängt oder nicht.

Ersparen Sie sich und anderen den E-Mail-Ballast
Ein Disclaimer hat in der Regel in Deutschland keine rechtliche Relevanz. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte von vorneherein darauf achten, wer der Empfänger ist und welche Informationen via Mail versendet werden. Sensible oder sogar geheime Informationen gehören nicht mit einer E-Mail versendet, bzw. wenn, dann nur mit Hilfe einer E-Mail-Verschlüsselung. Ansonsten sind hier alternative Medien nach wie vor die sicherste Lösung.
Stand 23.08.2011