Akkreditierte KinderSchutzGruppe

Seit März 2013 gibt es im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin eine Kinderschutzgruppe. Die Arbeitsgruppe ist ein multiprofessionelles Team aus Ärzten der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie

  • sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,
  • speziell ausgebildeten Kinderkrankenschwestern (Fallmanager) beider Kliniken,
  • einer Mitarbeiterin des Sozialdienstes des DBK,
  • einem Psychologen
  • und einem Vertreter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Greifswald.

In der täglichen Routine ist es mitunter schwer, eine Kindeswohlgefährdung wahrzunehmen, nicht immer sind die Zeichen eindeutig bzw. ist die Sachlage klar. Das <Hinsehen-Erkennen-Handeln> ist eine besonders schwierige Aufgabe, der wir uns als Kinderschutzgruppe des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am DBK Neubrandenburg stellen.

Unsere Kinderschutzgruppe ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) und versteht sich als integrierter Bestandteil des Netzwerkes Kinderschutz des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern der Region und der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg.

Ziele und Aufgaben

Ziel ist es, Anzeichen für Kindeswohlgefährdung in Form von körperlicher, sexueller oder seelischer Gewalt und Vernachlässigung zu erkennen. Besteht der Verdacht für eine Kindeswohlgefährdung, ist ein standardisiertes Vorgehen bezüglich der diagnostischen Sicherung, der Elterngespräche und des Schutzes der betroffenen Kinder und Jugendlichen wichtig. Das schließt aber auch ein, gefährdete Familien frühzeitig zu unterstützen, um Gefährdungssituationen zu vermeiden.

Unsere Kinderschutzgruppe legt entsprechend dem Kinderschutzleitfaden 2016 der DGKiM das Vorgehen bei Verdacht der Kindeswohlgefährdung im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin fest, so dass ein standardisiertes Vorgehen gesichert ist:

  • Anamneseerhebung,
  • klinische Untersuchung
    mit genauer schriftlicher, fotografischer bzw. grafischer Dokumentation,
  • spezielle Labordiagnostik,
  • und in besonderen Fällen die Sicherung von Spuren
  • Differentialdiagnostisch sind bei allen Verdachtsfällen Erkrankungen bzw. Unfallfolgen in Betracht zu ziehen

Daher sind medizinische Kompetenz, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein multiprofessionelles Team unverzichtbare Voraussetzung der Kinderschutzgruppentätigkeit. In einer Fallkonferenz wird der jeweilige Fall zeitnah ausgewertet und das weitere Vorgehen unter Einbeziehung der Eltern bzw. Sorgeberechtigten, sofern keine Gefährdung des Kindes daraus resultiert, geplant. Für konkrete Fragen steht das Institut für Rechtsmedizin der Universität Greifswald mit einem 24h-Bereitschaftsdienst zur Verfügung und führt konsiliarisch rechtsmedizinische Untersuchungen hier im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin durch.

Die Kinderschutzgruppe ist Ansprechpartner für:

  • alle Ärzte in Arztpraxen, im Ärztlichen Notfalldienst und in den Krankenhäusern
  • das Jugendamt Landkreis MSE mit den entsprechenden Standorten
  • die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft

Sollten Sie als Eltern, sorgeberechtigte Mütter und Väter, Großeltern, Kindergärtnerinnen, Erzieher, Lehrer oder Trainer den Verdacht einer Kindesmisshandlung, des sexuellen Missbrauchs bzw. einer Vernachlässigung haben, wenden Sie sich bitte an den Kinder- oder Hausarzt bzw. an das Jugendamt, die den Kontakt zu uns herstellen.

Im Notfall ist eine Vorstellung in der Zentralen Notaufnahme des DBK möglich.