Weiterbildungsbefugnisse
Die Weiterbildungsbefugnis des Chefarztes gilt nach WBO 2020 für die vollständige Ausbildung zum Urologen, insgesamt 60 Monate. Eine bis dato auf 5 Jahre befristete Weiterbildung für die medikamentöse Tumortherapie besteht ebenfalls vollständig für 12 Monate. Der Leitende Oberarzt Dipl.-Med. R. Wolnik und Oberarzt Dr. Heide verfügen ebenfalls über die volle Weiterbildungsbefugnis über 60 Monate für den Facharzt für Urologie.
Einarbeitungskonzept
Nach entsprechender Eignung und der damit verbundenen Einstellung der Jungärztin bzw. des Jungarztes erfolgt über einen Zeitraum von ca. zwei Wochen die detaillierte Vermittlung der grundlegenden Strukturen der Klinik für Urologie sowie der urologischen Ambulanzen, um das gesamte Spektrum der Klinik transparent darzustellen. Die Einführung obliegt dabei dem zuständigen Chefarzt, insbesondere was die urologischen Ambulanz angeht, die auf KV-Ermächtigungsbasis strukturiert ist sowie über den ausgewiesenen Mentor Dr. med. Johannes Heide.
Nachdem die grundliegenden organisatorischen Maßnahmen vermittelt worden sind, erfolgt analog dem Weiterbildungscurriculum die Aufgabenverteilung, welche die Stationsarbeit, die Grundlagen der Sonografie sowie die kleinen operativen Eingriffe, insbesondere in der endourologischen Abteilung, impliziert.
Weiter erfolgt vierwöchentlich im Rahmen der Einarbeitung ein Time Out mit dem auszubildenden Arzt, um von beiden Seiten Verbesserungsvorschläge zu diskutieren und diese dann gegebenenfalls zu reflektieren und umzusetzen. Somit findet quasi ein Mitarbeitergespräch in vierwöchentlichen Abschnitten statt, welches für beide Parteien (Ausbilder und auszubildende/r Ärztin/Arzt) von Vorteil ist.
Nach entsprechender erneuter Überprüfung der Eignung erfolgt nach ca. vier Monaten die Einarbeitung in das Dienstsystem, in dem zu Beginn mit erfahrenen Diensthabenden hospitiert wird und dann nach 5 bis 6 Diensten im Dienstsystem integriert zu werden. Um fachliche und forensische Sicherheit zu gewährleisten, decken zu Beginn die erfahrenen Oberärzte oder der Chefarzt die Dienste mit ab. Hier wird insbesondere daraufhin Wert gelegt, dass grundsätzlich alles hinterfragt werden kann. Dieses wird den auszubildenden Ärzten jederzeit durch die Ausbilder vermittelt.
Um auch im zwischenmenschlichen Bereich Einfluss zu nehmen, erfolgen alle drei Monate Teambuilding-Veranstaltungen mit Ärzten und Schwestern, bei der sich die/der auszubildende Ärztin/Arzt persönlich integrieren kann. Dieses wird durch die insgesamt bestehenden flachen Hierarchien in der Klinik für Urologie stets gewährleistet.
Nach Ablauf der ersten 12 Monate erfolgt dann die mehr oder weniger rein fachliche Ausbildung analog des verschrifteten Weiterbildungscurriculum, welches der Klinikleitung sowie der Ärztekammer vorliegt. Abschließend erfolgt nach 12 Monaten nochmals ein Gespräch zwischen dem Chefarzt und der/dem Auszubildenden/en, um per Feedback zu gewährleisten, dass für beide Seiten die Zielvorgabe erfüllt ist.
Erstes Ausbildungsjahr
Im ersten Ausbildungsjahr werden die basischirurgischen Eingriffe vermittelt. Darunter fällt insbesondere die Genitalchirurgie wie Zirkumzision, Hydrozelen, Funikulozelen, Epididymektomien und bei entsprechender Eignung auch schon inguinale Orchiektomie bei z. B. Hodentumoren, kleine transurethrale Resektionen von Blasentumoren oder Ureterorenoskopien. Ableitung der Harnstauungsnieren mittels Harnleiterschienen. Weiter werden die Ausbildungsassistenten in die Indikationsstellung bezüglich des spezifischen urologischen Röntgens, der Urosonografie unterrichtet. Zusätzlich sollte der Auszubildende nach einem Jahr fähig sein, Prostatabiopsien unter Anleitung durchzuführen. Der Notfall des Harnverhaltes sollte durch den Ausbildungsassistenten nach einem Jahr beherrschbar sein, darunter fällt sowohl die Anlage eines suprapubischen Katheters als auch das klassische transurethrale Katheterisieren.
Zweites Ausbildungsjahr
Hierunter fällt die Durchführung der Stoßwellenbehandlungen sowohl sonografisch als auch röntgenologisch gesteuert, ebenfalls unter entsprechender Anleitung. Weiter werden urodynamische Untersuchungen vermittelt, offene Adenomektomien werden zumindest in der ersten Assistenz, ggf. auch schon bei entsprechender Eignung durch den Auszubildenden durchgeführt.
Drittes Ausbildungsjahr
Die Befundung retrograder und zystoskopischer Darstellungen sollte durch den Auszubildenden beherrscht werden. Es werden Erstassistenzen sowohl in der Prostatektomie als auch in der Nephrektomie sowie in der Zystektomie vermittelt. Zudem werden Erfahrungen in der transurethralen Resektion der Prostata gesammelt.
Viertes Ausbildungsjahr
In diesem Jahr werden auch die Grundkenntnisse der minimal-invasiven Chirurgie vermittelt. Hauptaugenmerk bleibt aber auch in diesem Jahr die offene Chirurgie, um bei weiterer klinischer Karriere des Auszubildenden das operative Rüstzeug in der Notfallversorgung bei z. B. Nierentrauma zu gewährleisten.
Fünftes Ausbildungsjahr
Nephrektomien und ggf. bei entsprechender Eignung auch radikale Prostatektomien in retropubischer Technik sollten unter entsprechender Assistenz durch den Auszubildenden durchgeführt werden. Kleinere transurethrale Prostataresektionen in TURis- oder klassischer TUR-Technik sowie Harnblasentumore sollten auch durch den Auszubildenden beherrscht werden. Die Assistenz in laparoskopischer minimal-invasiver Chirurgie mit entsprechender Kameraführung sind auch Ziel im fünften Ausbildungsjahr.
Bemerkungen
Es sollte am Ende der klinischen Facharztausbildung auch das Notfallmanagement bezüglich nicht-transurethral ableitender Harnstauungen wie Nephrostomien durchführbar sein, auch die Ureterorenoskopie sollte in entsprechender Konstellation durch den Auszubildenden beherrscht werden. Dies erstreckt sich rückwirkend über das 2., 3., 4. und 5. Jahr.
Bis auf die radikale Prostatektomie beim Prostatakarzinom sind die weiteren radikal-onkologischen Eingriffe insbesondere Tumornephrektomie oder auch Zystektomie nach erfolgreicher Facharztausbildung zu erlernen.
Jährliche Mitarbeitergespräche, welche Weiterbildung und Personalentwicklung mit einbeziehen, geben qualifiziertes Feedback über die entsprechende Weiterbildungsqualität in der urologischen Klinik wieder. Diese Weiterbildungsgespräche werden durch den Chefarzt persönlich durchgeführt. Die Weiterbildung insgesamt wird durch den Chefarzt und den Leitenden Oberarzt sowie zwei erfahrene weitere Oberärzte gewährleistet.
Als Zusatzqualifikation liegt die fakultative „Spezielle urologische Chirurgie“ vor. Weiter besteht persönliche Weiterbildung aktuell von 12 Monaten in der „Medikamentösen Tumortherapie“ seitens des Chefarztes. Die Ultraschalldiagnostik ist sowohl durch entsprechende DEGUM-Zertifikate als auch durch die Klinik für Radiologie mit abgesichert. Ebenso die Fachkunde „Urologisches Röntgen“, die durch den Erwerb der Sachkunde in Konsens mit der Radiologie zum Facharzt erworben werden kann. Zudem ist der Chefarzt Hospitationsleiter für die Urogenitale Sonographie, so dass ein Erwerb der Sonographiefachkunde möglich ist.
Die für den Facharzt notwendigen Laborkenntnisse werden durch Erlangung von Zeugnissen durch das Institut für Laboruntersuchung und Labormedizin gewährleistet. Auf Wunsch kann der Auszubildende auch durch aktive Teilnahme an klinischen Studien wissenschaftlich tätig werden. Die Teilnahme an Kongressen mit ggf. auch Halten von fachspezifischen Vorträgen wird seitens des Chefarztes unterstützt und von diesem auch gewünscht.
Die Durchführung bzw. das Erstellen von mindestens fünf Gutachten wird durch die Klinik gewährleistet.