MEDIZINISCHES VERSORGUNGSZENTRUM
BETHESDA KLINIK (GERIATRISCHE REHABILITATION)
Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Krankenhäuser am Lungenzentrum MSE v.l.n.r.: Cathleen Biesen (Geschäftsführerin), Hussam Shuaib (Chefarzt Thoraxchirurgie), Dr. Barbara Wiesner (Evangelische Lungenklinik), Jörg Schumacher (Chefarzt Chirurgie), Dr. Wolfram Klemm (Standortleiter Neubrandenburg), Klaus-Peter Fröhling (Chefarzt Innere Medizin 2, alle Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg), PD Dr. Christoph Schäper (Standortleiter Waren, Klinik Amsee), Prof. Dr. med. Dipl. oec. med. Jens-Peter Keil (Ärztlicher Direktor Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg), Antje Kassin (Zentrum für Information, Beratung und Schulung ELK)
Mehr als 50 Fachleute beraten in Neubrandenburg über ein überregionales Lungenzentrum. Ihr Appell richtet sich an das Land Mecklenburg-Vorpommern.
Neubrandenburg. (pm) Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Kliniken, Arztpraxen, Krankenkassen und Berufspolitik haben am 17. Juni im Güterbahnhof Neubrandenburg über die Zukunft der Lungenmedizin im Nordosten Deutschlands beraten. Der Tenor: Ein überregionales Lungenzentrum könnte die Versorgung von Patientinnen und Patienten spürbar verbessern – dafür braucht es jedoch passende Rahmenbedingungen des Landes. Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik waren eingeladen, konnten aber nicht teilnehmen.
Eingeladen hatte das Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte – eine Kooperation der Klinik Amsee in Waren und des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg – gemeinsam mit der Evangelischen Lungenklinik Berlin-Buch. Vier Stunden lang drehte sich alles um eine Frage: Wie lässt sich die pneumologische und thoraxchirurgische Versorgung einer alternden, ländlich geprägten Region dauerhaft sichern?
Die Rahmenbedingungen verändern sich rasant – durch den demografischen Wandel, steigenden Kostendruck, das neue Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und zunehmend KI-gestützte Diagnostik. Die beteiligten Häuser wollen diese Entwicklung nutzen, statt sie zu erleiden: Durch gebündelte Kompetenz, kurze Wege zwischen den Standorten und eine engere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung soll die Ergebnisqualität in der Behandlung gesichert und verbessert werden.
Wie groß der Nachholbedarf ist, zeigt eine Zahl: Mecklenburg-Vorpommern war bis 2025 das einzige Bundesland ohne ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungenkrebszentrum.
Aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nahm Sozialdezernent Michael Löffler teil. Aus der Landespolitik konnte niemand teilnehmen – dabei sei gerade ihre Beteiligung wichtig, wie auf der Veranstaltung betont wurde. Den gesundheitspolitischen Rahmen ordnete Prof. Dr. Lutz Fritsche, Vorstand der Johannesstift Diakonie, ein; er war aus Berlin zugeschaltet.
PD Dr. Christoph Schäper, Standortleiter Waren und Chefarzt der Klinik Amsee, fasste den Appell zusammen: „Ein gutes Versorgungsmodell allein reicht nicht. Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die zu Mecklenburg-Vorpommern passen. Unsere Botschaft an das Land ist klar: Helfen Sie uns, diese Zusammenarbeit zu ermöglichen.“
Dr. Wolfram Klemm, Standortleiter Neubrandenburg und Leiter der Thoraxchirurgie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, nannte die nächsten Schritte: „Wir haben die Fachkräfte, die Technik und den Willen. Jetzt intensivieren wir die Zusammenarbeit zwischen den Standorten, setzen gemeinsame Qualitätsstandards um und steuern eine Zertifizierung an – Schritt für Schritt, nicht in Sonntagsreden.“
Als nächste Vorhaben nannten die Veranstalter den Ausbau des sektorenübergreifenden Netzwerks, die Gewinnung weiterer Partner aus Kliniken und Praxen sowie angestrebte Zertifizierungen. Den Dialog mit Kostenträgern und Politik wollen sie fortsetzen – und erneuern ihre Einladung an die Landesebene.
Über das Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte
Das Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte ist eine Kooperation des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg und der Klinik Amsee in Waren, mit dem MediClin Müritz-Klinikum und der Evangelischen Lungenklinik Berlin. Ziel ist eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung von Menschen mit Lungenerkrankungen im flächenmäßig größten Landkreis Deutschlands. Gegründet wurde die Kooperation zum 1. Januar 2024 und ging aus dem Netzwerk Lunge hervor.